Planungsablauf: Bewohnerkonzert​

Planungsablauf: Bewohnerkonzert

1. Zielsetzung und Bedarfsanalyse: a. Definiere das Ziel der Aktivität: Freude, Gemeinschaftsgefühl, musikalische Anregung. b. Analysiere die Bedürfnisse der Senioren: Musikpräferenzen, physische Einschränkungen.

2. Auswahl der Musik und Künstler: a. Berücksichtige die musikalischen Vorlieben der Senioren. b. Wähle Künstler oder Ensembles, die sich auf die Zielgruppe einstellen können. c. Kläre technische Anforderungen für die Musikaufführung.

3. Zeitpunkt und Ort: a. Wähle einen geeigneten Zeitpunkt, der den Tagesrhythmus der Senioren berücksichtigt. b. Stelle sicher, dass der Veranstaltungsort barrierefrei und gut erreichbar ist.

4. Sensibilisierung und Information: a. Informiere die Senioren im Voraus über das geplante Bewohnerkonzert. b. Berücksichtige individuelle Bedürfnisse wie Hörschwierigkeiten und Sehbehinderungen.

5. Sitzmöglichkeiten und Komfort: a. Stelle ausreichend Sitzgelegenheiten bereit, die bequem und gut erreichbar sind. b. Prüfe die Beleuchtung und sorge für eine angenehme Atmosphäre.

6. Sicherheitsvorkehrungen: a. Kläre Sicherheitsvorkehrungen für den Fall von Notfällen. b. Gewährleiste einen barrierefreien Zugang zum Veranstaltungsort.

7. Interaktive Elemente einplanen: a. Plane interaktive Elemente wie gemeinsames Singen oder Klatschen. b. Berücksichtige die physischen Fähigkeiten der Senioren bei der Integration solcher Elemente.

8. Betreuung und Unterstützung: a. Stelle geschultes Personal oder Freiwillige zur Verfügung, um bei Bedarf Hilfe zu leisten. b. Beachte eventuelle gesundheitliche Einschränkungen und sorge für angemessene Betreuung.

9. Erinnerungsdokumentation: a. Dokumentiere die Aktivität durch Fotos oder kurze Videos. b. Erstelle Erinnerungsdokumente, die die Senioren mit nach Hause nehmen können.

10. Feedback einholen: a. Befrage die Senioren nach dem Konzert, um ihr Feedback zu erhalten. b. Evaluieren Sie, wie gut die Bedürfnisse und Erwartungen erfüllt wurden.

11. Nachbereitung: a. Bereite eine Zusammenfassung für die Einrichtung vor. b. Überlege, wie ähnliche Aktivitäten in Zukunft verbessert werden können.

12. Dokumentation: a. Dokumentiere den gesamten Planungsablauf für zukünftige Veranstaltungen. b. Halte wichtige Erkenntnisse und Erfahrungen schriftlich fest.

Durch die gezielte Planung unter Berücksichtigung der Besonderheiten im Alter kann ein Bewohnerkonzert zu einem unvergesslichen Erlebnis werden, das die Senioren in ihrer Lebensqualität stärkt und positive Gemeinschaftserfahrungen schafft.

Planungsablauf: Tierbesuche​

Planungsablauf: Tierbesuche

1. Zielsetzung und Bedarfsanalyse:

a. Definiere das Ziel der Aktivität: Freude, Abwechslung, emotionale Anregung. b. Analysiere die Bedürfnisse der Senioren: Allergien, Ängste, körperliche Einschränkungen.

2. Auswahl der Tiere: a. Berücksichtige Tiere mit ruhigem Charakter und guter Verträglichkeit. b. Achte auf mögliche Allergene und wähle hypoallergene Tiere. c. Kläre tierärztliche Gesundheitszertifikate und Impfungen.

3. Zeitpunkt und Ort: a. Wähle einen geeigneten Zeitpunkt, um die Aktivität in den Tagesablauf zu integrieren. b. Stelle sicher, dass der Ort barrierefrei und gut erreichbar ist.

4. Sensibilisierung und Information: a. Informiere die Senioren im Voraus über die geplanten Tierbesuche. b. Kläre mögliche Ängste und Bedenken und gehe darauf ein.

5. Sicherheitsvorkehrungen: a. Bereite einen sicheren Raum vor, in dem die Tiere präsentiert werden können. b. Kläre Verhaltensregeln im Umgang mit den Tieren.

6. Betreuung und Unterstützung: a. Stelle geschultes Personal oder Tierbetreuer zur Verfügung. b. Berücksichtige individuelle Bedürfnisse und Einschränkungen bei der Betreuung.

7. Interaktive Elemente einplanen: a. Plane interaktive Elemente wie Streicheln, Füttern oder Spielen mit den Tieren. b. Achte darauf, dass die Aktivitäten den physischen Fähigkeiten der Senioren entsprechen.

8. Erinnerungsdokumentation: a. Dokumentiere die Aktivität durch Fotos oder kurze Videos. b. Erstelle Erinnerungsdokumente für die Senioren, die sie mit nach Hause nehmen können.

9. Feedback einholen: a. Befrage die Senioren nach der Aktivität, um ihr Feedback zu erhalten. b. Evaluieren Sie, wie gut die Bedürfnisse und Erwartungen erfüllt wurden.

10. Nachbereitung: a. Bereite eine Zusammenfassung für die Einrichtung vor. b. Überlege, wie ähnliche Aktivitäten in Zukunft verbessert werden können.

11. Dokumentation: a. Dokumentiere den gesamten Planungsablauf für zukünftige Veranstaltungen. b. Halte wichtige Erkenntnisse und Erfahrungen schriftlich fest.

Durch die Berücksichtigung der besonderen Bedürfnisse älterer Menschen und die Planung im Voraus kann die Tierbesuchsaktivität zu einem positiven Erlebnis werden, das die Lebensqualität der Senioren verbessert.

Titelbild systemische Perspektiven: drei Erwachsene besprechen gemeinsam Unterstützung im Alltag.

Systemische Perspektiven in der Sozialbetreuung

Fachwissen · Sozialbetreuung

Person, Beziehungen und Lebensbedingungen gemeinsam betrachten

Lernartikel · Lesezeit ca. 3 Minuten

Einleitung und Lernziele

Eine systemische Perspektive betrachtet Schwierigkeiten im Zusammenhang mit Beziehungen und Lebensbedingungen. Die DGSF beschreibt die Wechselwirkung biologischer, psychischer und sozialer Aspekte sowie einen kooperativen Dialog (Rotthaus / DGSF, o.J.). Für die Sozialbetreuung kann dies eine Orientierung beim gemeinsamen Verstehen einer Alltagssituation sein.

Nach dem Lesen kannst du zentrale Begriffe einordnen, belegte Aussagen von Beispielen unterscheiden und passende Schritte für den Betreuungsalltag beschreiben.

Kontext und mehrere Sichtweisen

Fragen nach Umfeld und Beziehungen erweitern eine Beschreibung: Wann tritt eine Schwierigkeit auf? Was verändert sich je nach Situation? Wer erlebt sie anders? Ein Zusammenhang ist zunächst eine Arbeitshypothese. Die Betrachtung des Umfelds beweist nicht, dass Angehörige eine Erkrankung verursacht haben. Die Person bleibt Gesprächspartnerin mit einer eigenen Perspektive.

Ressourcen und Zusammenarbeit

Respekt, Offenheit und Wertschätzung bisheriger Lebensstrategien gehören zur beschriebenen systemischen Haltung (Rotthaus / DGSF, o.J.). Als redaktionelle Gesprächshilfe können Fragen dienen wie: „Wann gelingt der Alltag etwas leichter?“ oder „Welche Unterstützung möchten Sie ausprobieren?“ Antworten werden gemeinsam zusammengefasst und später anhand der tatsächlichen Erfahrung überprüft.

Eine gelingende Ausnahme ist ein Anhaltspunkt für weitere Fragen, keine Garantie für eine dauerhaft wirksame Lösung.

Beratung, Begleitung und Psychotherapie

Das Nutzen einer Perspektive im Betreuungsgespräch ist keine automatische Qualifikation für Psychotherapie. In Österreich ist Systemische Familientherapie ein anerkanntes psychotherapeutisches Verfahren; der Überblick des Gesundheitsportals beschreibt Psychotherapie als Behandlung psychischer Störungen mit Krankheitswert (Gesundheitsportal Österreich, 2024c). Bei therapeutischen Fragestellungen wird an geeignete Fachpersonen vermittelt.

Praxisrelevanz in der Sozialbetreuung

Redaktionelles Praxisbeispiel: Eine Person nimmt nur an manchen Gruppentreffen teil. Gemeinsam wird betrachtet, ob Tageszeit, Geräusche, Begleitpersonen oder die Art des Angebots unterschiedlich sind. Sie wählt einen kleinen Versuch: eine kürzere Teilnahme an einem ruhigeren Termin. Danach wird nach ihrer Erfahrung gefragt.

Eine einfache Skizze des Unterstützungsnetzes kann Kontakte und offene Zuständigkeiten sichtbar machen. Sie enthält nur benötigte Informationen und wird mit der Person besprochen. Unterschiedliche Sichtweisen werden kenntlich gemacht, statt eine Deutung als feststehende Wahrheit zu dokumentieren.

Zusammenfassung

  • Probleme werden im Kontext betrachtet.
  • Hypothesen bleiben überprüfbar.
  • Eine Gesprächsperspektive ersetzt keine therapeutische Qualifikation.

Quellen und Literatur

  1. Rotthaus, W. / Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) (o.J.): Was heißt systemisch?. Fachgesellschaftlicher Grundlagenbeitrag; kein Wirkungsnachweis. Volltext (Zugriff: 12.10.2026).
  2. Gesundheitsportal Österreich (2024c): Hilfsmöglichkeiten für die Psyche: Überblick. Aktualisiert 12.12.2024. Volltext (Zugriff: 12.10.2026).

Fachliche Aktualisierung: . Quellenabgleich durch die Redaktion von sozialbetreuer.at; keine externe ärztliche Begutachtung.

Wissen überprüfen

Welche Aussage passt zu einer systemischen Betrachtung im Betreuungsalltag?

Richtig. Die systemische Perspektive berücksichtigt Wechselwirkungen und setzt auf Kooperation (Rotthaus / DGSF, o.J.).

Noch nicht richtig. Lies den Abschnitt zum Thema noch einmal und wähle eine andere Antwort.

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Drei Erwachsene im respektvollen Gespräch an einem Tisch in einer Betreuungseinrichtung.

Interkulturelle Kompetenz in der Sozialbetreuung

Individuelle Bedürfnisse verstehen, Annahmen hinterfragen und Verständigung ermöglichen

Lernartikel · Lesezeit: ca. 4 Minuten

Einleitung und Lernziele

Du lernst, kulturelle Zuschreibungen von persönlichen Wünschen zu unterscheiden. Anschließend kannst du offene Fragen formulieren und eine Betreuungssituation auf Verständigungsbarrieren prüfen.

Was bedeutet interkulturelle Kompetenz?

Interkulturelle Kompetenz verbindet Wissen, Fähigkeiten und Haltungen mit respektvollem Handeln. Dazu gehören Perspektivwechsel, das Hinterfragen von Vorurteilen und der Schutz gleicher Würde. Sie lässt sich nicht auf das Kennen vermeintlich typischer Eigenschaften einer Herkunftsgruppe reduzieren (Europarat, o. J.).

Für die Versorgung beschreibt die WHO einen personenorientierten und diversitätssensiblen Ansatz. Verbesserungen betreffen sowohl einzelne Fachpersonen als auch Abläufe und Organisationen (WHO Regional Office for Europe, 2020).

Von der Zuschreibung zur offenen Frage

Die folgenden Formulierungen sind didaktische Beispiele für eine neugierige, nicht festlegende Gesprächsführung:

Fragen für die Betreuungspraxis
Voreilige Annahme Offene Alternative
„Ihre Familie entscheidet das.“ „Wen möchten Sie in dieses Gespräch einbeziehen?“
„Sie essen sicher kein …“ „Was essen Sie gerne, und was möchten Sie vermeiden?“
„Das ist in Ihrer Kultur üblich.“ „Was ist Ihnen persönlich dabei wichtig?“
„Sie haben zugestimmt, weil Sie nicken.“ „Wie haben Sie unseren Vorschlag verstanden?“

Halte die tatsächlich geäußerten Wünsche fest. Widersprüche sind ein Anlass zum Nachfragen, nicht zum Zuordnen einer Person zu einem vermeintlich passenden Muster.

Verständigung gemeinsam sichern

Sprache ist nur eine mögliche Barriere. Auch eine unübersichtliche Information oder ein hektischer Ablauf kann die Beteiligung erschweren. Prüfe deshalb zuerst die konkrete Situation: Ist genügend Zeit vorhanden? Ist die Information verständlich? Kann die Person Fragen stellen?

Bei relevanten Sprachbarrieren gehört die Zusammenarbeit mit geschulten Dolmetschenden zu den professionellen Handlungsmöglichkeiten. Sprachkenntnisse allein garantieren kein vollständiges Verständnis; die Gesprächsführung muss die betroffene Person aktiv beteiligen (Schouler-Ocak et al., 2026).

Reflexionsfrage: Habe ich etwas über die Person erfahren – oder nur meine eigene Vermutung bestätigt? Diese Frage kann am Ende einer Fallbesprechung helfen, die Dokumentation nochmals zu prüfen.

Praxisbeispiel: eine Einladung wird abgelehnt

Ein Bewohner lehnt das gemeinsame Fest ab. Im Team heißt es zunächst: „Das liegt bestimmt an seiner Herkunft.“ Im Gespräch stellt sich heraus, dass ihm die Musik zu laut ist und er lieber später in kleiner Runde teilnehmen möchte.

Lernauftrag: Schreibe eine sachliche Notiz in drei Sätzen: Was wurde angeboten? Welchen Wunsch hat der Bewohner geäußert? Was wurde gemeinsam vereinbart? Vermeide Deutungen, für die dir eine Aussage des Bewohners fehlt.

Die Aufgabe trainiert eine praktische Konsequenz des diversitätssensiblen Ansatzes: Beteiligung entsteht durch konkrete Verständigung und passende Angebote, nicht durch das Sammeln von Gruppenklischees.

Zusammenfassung

  • Persönliche Wünsche erfragen und Zuschreibungen überprüfen.
  • Verständigung als gemeinsame Aufgabe gestalten.
  • Beobachtung, Aussage und eigene Interpretation auseinanderhalten.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Europarat (o. J.): Building intercultural competence. Intercultural Cities Programme. (Zugriff: 29.10.2026).
  • Schouler-Ocak, M. et al. (2026): EPA guidance on cultural competence training: a critical update and meta-review. European Psychiatry, 69(1), e71. doi:10.1192/j.eurpsy.2026.12215. (Zugriff: 29.10.2026).
  • WHO Regional Office for Europe (2020): Migration and health: enhancing intercultural competence and diversity sensitivity. Toolkit. (Zugriff: 29.10.2026).

Redaktioneller Quellenabgleich: 29. Oktober 2026. Die Praxisbeispiele sind fiktive Lernbeispiele.

Wissen überprüfen

Ein Bewohner lehnt ein Angebot ab. Welcher erste Schritt passt zu interkulturell kompetentem Handeln?

Noch nicht richtig. Damit wird eine Ursache angenommen, ohne sie mit der Person geklärt zu haben.

Richtig. Die konkrete Person und ihre Perspektive stehen im Mittelpunkt.

Noch nicht richtig. Zunächst wird geklärt, wie die Person selbst beteiligt werden möchte.

Single-Choice mit unmittelbarer Rückmeldung. Deine Antwort wird nicht gespeichert.

Ältere Frau und Begleiterin betrachten gemeinsam ein Fotoalbum in ruhiger Umgebung.

Palliative Begleitung in der Sozialbetreuung

Lebensqualität, persönliche Wünsche und Zusammenarbeit im palliativen Alltag

Lernartikel · Lesezeit: ca. 4 Minuten

Einleitung und Lernziele

Du kannst den palliativen Ansatz erklären und soziale Begleitung von medizinischer Behandlung unterscheiden. An einem Beispiel übst du, Wünsche wahrzunehmen und Beobachtungen im Team weiterzugeben.

Palliative Care beginnt nicht erst in den letzten Tagen

Palliative Care richtet sich an Menschen mit lebensbedrohlichen Erkrankungen und ihre An- und Zugehörigen. Im Mittelpunkt stehen Lebensqualität und die Linderung körperlicher, psychosozialer und spiritueller Belastungen. Sie kann früh im Krankheitsverlauf und gleichzeitig mit anderen Behandlungen beginnen (WHO, 2020).

Der Ansatz umfasst Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen. Soziale Unterstützung ergänzt medizinische und pflegerische Versorgung; sie ersetzt diese nicht (WHO, 2020).

Der Beitrag der Sozialbetreuung

Für die Alltagsbegleitung lassen sich daraus folgende Lern- und Planungsfragen ableiten. Sie sind keine Aufzählung gesetzlicher Berufsberechtigungen:

Fragen für eine personenzentrierte Begleitung
BereichMöglicher Gesprächseinstieg
Alltag und Teilhabe„Was wäre Ihnen heute wichtig – und was wäre zu anstrengend?“
Beziehungen„Wen möchten Sie sehen oder hören?“
Rückzug„Möchten Sie Gesellschaft oder lieber Ruhe?“
Werte und Sinn„Gibt es etwas, das Ihnen Halt gibt?“

Gespräche und Kontakte orientieren sich an den Wünschen der betroffenen Person. Auch An- und Zugehörige können Unterstützung benötigen. Hospiz- und Palliativeinrichtungen begleiten sie bei Bedarf ebenfalls, auch in der Trauer (Gesundheitsportal, 2024a).

Rollen klären und Belastungen weitergeben

Welche Tätigkeiten jemand übernimmt, hängt von Ausbildung, Berechtigung und vereinbartem Auftrag ab. Die Bezeichnung „Fachsozialbetreuung“ allein erlaubt keine pauschale Aussage über alle pflegerischen Aufgaben. Änderungen von Medikamenten oder Therapie werden nicht aus einem allgemeinen Lernartikel abgeleitet.

Eine brauchbare Übergabe trennt Beobachtung und Deutung: Was sagt die Person? Was hat sich gegenüber vorher verändert? Wann trat es auf? Wer wurde informiert? Bei neuen oder zunehmenden Beschwerden wird nach dem vereinbarten Versorgungs- und Krisenplan fachliche Hilfe einbezogen.

Psychologische, psychotherapeutische, spirituelle, medizinische und pflegerische Angebote können sich ergänzen. Ein Gesprächsangebot im Alltag ersetzt keine erforderliche Behandlung (Gesundheitsportal, 2024a; 2024b).

Praxisbeispiel: Nähe anbieten, Ruhe respektieren

Eine Bewohnerin hatte sich auf Besuch gefreut, wirkt heute aber erschöpft. Die Betreuungsperson fragt, ob ein kurzer Besuch, ein Telefonat oder Ruhe besser passen würde. Die Bewohnerin entscheidet sich für eine kurze Nachricht an ihre Tochter und möchte danach ungestört sein.

Lernauftrag: Beschreibe, wie du den Wunsch weitergeben würdest. Welche Information darfst du mit wem teilen? Was klärst du mit der Bewohnerin, bevor du Angehörige kontaktierst? Vermeide die Annahme, dass frühere Wünsche unverändert gelten müssen.

Für die Nachbesprechung im Team: Was war hilfreich? Wo war eine Zuständigkeit unklar? Welche Belastung sollte in einer Fallbesprechung oder Supervision Raum bekommen? Die Fragen dienen der Reflexion und bewerten nicht, ob jemand „richtig“ trauert.

Zusammenfassung

  • Palliative Begleitung kann früh beginnen und richtet sich nach Lebensqualität und Bedürfnissen.
  • Persönliche Wünsche erfragen; Nähe und Rückzug gleichermaßen respektieren.
  • Eigene Zuständigkeit kennen und relevante Veränderungen weitergeben.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Gesundheitsportal Österreich (2024a): Hospiz- und Palliativversorgung: Unterstützung für Angehörige. Fachinformation. (Zugriff: 29.10.2026).
  • Gesundheitsportal Österreich (2024b): Hospiz- und Palliativversorgung: Psyche und Spiritualität. Aktualisiert 21.02.2024. Fachinformation. (Zugriff: 29.10.2026).
  • World Health Organization (WHO) (2020): Palliative care. Fact sheet, 05.08.2020. WHO-Faktenblatt. (Zugriff: 29.10.2026).

Redaktioneller Quellenabgleich: 29. Oktober 2026. Die Praxisbeispiele sind fiktive Lernbeispiele.

Wissen überprüfen

Welche Aussage beschreibt den palliativen Ansatz zutreffend?

Richtig. Der Ansatz richtet sich an die ganze Person und bezieht auch ihr Umfeld ein.

Noch nicht richtig. Palliative Care kann bereits früh im Verlauf einer lebensbedrohlichen Erkrankung beginnen.

Noch nicht richtig. Die verschiedenen Berufsgruppen arbeiten zusammen; ihre Aufgaben sind nicht austauschbar.

Single-Choice mit unmittelbarer Rückmeldung. Deine Antwort wird nicht gespeichert.

Ältere Frau erkundet einen großen abgerundeten Holzwürfel; eine Begleitperson sitzt daneben.

Fühle die Form: Gegenstände mit den Händen erkunden

Formen und Konturen ohne Leistungsdruck vergleichen

Praxisartikel · Lesezeit: ca. 5 Minuten

Einleitung und Lernziele

Du planst ein Tastangebot, bei dem die Person selbst auswählt, was sie erkunden und wie sie antworten möchte.

Fachliche Einordnung

Das Erkennen eines Gegenstands durch Ertasten heißt Stereognosie; dabei wirken Tast- und Lageinformationen zusammen (Schermann und Tadi, 2022). Der Schwerpunkt dieses Angebots liegt auf Form und Oberfläche.

Bei Demenz sollen Angebote an persönliche Vorlieben angepasst werden (NICE, 2019).

Zielgruppe und Vorbereitung

Für interessierte Erwachsene und ältere Menschen, einzeln oder in einer kleinen Gruppe. Die Planung richtet sich nach Tagesform, Kommunikation und Unterstützungsbedarf.

Planungsübersicht
SchwerpunktTaktile Wahrnehmung
Orientierungsdauer5–15 Minuten; jederzeit kürzer möglich.
MaterialDrei große, glatte, unbeschädigte Gegenstände: etwa Holzkugel, abgerundeter Würfel und weiches Kissen; rutschfeste Unterlage.
Beobachtbares ZielDie Person wählt einen Gegenstand und zeigt oder beschreibt mindestens eine Eigenschaft – oder entscheidet, nicht weiterzumachen.

Bereite einen gut erreichbaren Arbeitsplatz vor und kläre vor Beginn, wie die Person Zustimmung, Pause oder Ablehnung ausdrückt. Prüfe das Material selbst, bevor du es anbietest.

Durchführung Schritt für Schritt

  1. Zeige die Gegenstände und frage, welcher interessant ist. Erkläre, dass es keine Punkte und keine richtige Reihenfolge gibt.

  2. Biete den gewählten Gegenstand gut erreichbar an. Die Person kann ihn ansehen und mit einer oder beiden Händen erkunden.

  3. Frage bei Bedarf: „Ist die Fläche rund oder hat sie Kanten?“ Alternativ darf die Person auf eine passende Form zeigen.

  4. Biete einen zweiten Gegenstand zum Vergleich an. Lass ausreichend Zeit und benenne nicht vorschnell die vermeintlich richtige Antwort.

  5. Frage, ob wiederholt, gewechselt oder beendet werden soll. Halte die persönliche Vorliebe fest.

Anpassungen und Sicherheit

Beginne mit zwei deutlich verschiedenen Formen. Beschreiben, Zeigen oder Nachzeichnen sind gleichwertige Antwortmöglichkeiten. Das Verdecken eines Gegenstands unter einem Tuch ist nur eine freiwillige Variante; die Augen bleiben frei.

Beobachtung und Reflexion

Beispiel: „Dreht die Holzkugel selbstständig und sagt glatt.“ Das beschreibt eine Handlung; daraus folgt keine nachgewiesene Verbesserung der Wahrnehmung.

Frage zum Abschluss, ob und in welcher Form eine Wiederholung gewünscht wird. Halte im Team fest, welche konkrete Anpassung sich aus der Rückmeldung ergibt.

Vorlage für die Umsetzung

Die Felder sind zum Ausfüllen und Drucken über den Browser gedacht. Es gibt keinen Absendevorgang; die Eingaben werden durch dieses Formular nicht gespeichert und können beim Neuladen verloren gehen. Keine identifizierenden Bewohnerdaten eintragen.

Zusammenfassung

  • Die Person wählt einen Gegenstand und zeigt oder beschreibt mindestens eine Eigenschaft – oder entscheidet, nicht weiterzumachen.
  • Tempo, Hilfen und Ende gemeinsam abstimmen.
  • Konkrete Beobachtungen statt pauschaler Wirkversprechen dokumentieren.

Quellen und weiterführende Literatur

Die Quellen erläutern fachliche Grundlagen. Ablauf, Anpassungen und Vorlage sind redaktionelle didaktische Vorschläge; eine spezifische therapeutische Wirkung dieser Übung wird nicht behauptet.

  • Schermann, T. und Tadi, P. (2022): Stereognosis. StatPearls. Fachgrundlage. (Zugriff: 29.10.2026).
  • NICE (2019): Activities to promote wellbeing. QS184, Statement 5. Qualitätsstandard. (Zugriff: 29.10.2026).

Redaktioneller Quellenabgleich: 29. Oktober 2026. Die Praxisbeispiele sind fiktive Lernbeispiele.

Wissen überprüfen

Die Person möchte den Gegenstand gleichzeitig ansehen. Was passt?

Richtig. Die Tätigkeit ist ein freiwilliges Erkundungsangebot und keine neurologische Untersuchung.

Noch nicht richtig. Die Tätigkeit ist ein freiwilliges Erkundungsangebot und keine neurologische Untersuchung.

Noch nicht richtig. Die Tätigkeit ist ein freiwilliges Erkundungsangebot und keine neurologische Untersuchung.

Welche Dokumentation ist nachvollziehbar?

Richtig. Beobachtung und Interpretation bleiben unterscheidbar.

Noch nicht richtig. Ein einzelnes Angebot belegt keine dauerhafte Wirkung.

Noch nicht richtig. Eine konkrete Beschreibung hilft bei der nächsten Planung.

Zwei Single-Choice-Fragen mit unmittelbarer Rückmeldung. Deine Antwort wird nicht gespeichert.

Symbolbild: Taktile Wahrnehmugsübung

Taktile Wahrnehmugsübung

Eine Taktile Wahrnehmungsübung für geriatrische Bewohner in einem Pflegeheim könnte folgendermaßen aussehen:

  1. Stellen Sie sicher, dass der Raum, in dem die Übung stattfindet, ruhig und gut beleuchtet ist.
  2. Bitten Sie die Teilnehmer, sich bequem hinzusetzen und ihre Hände locker auf den Schoß zu legen.
  3. Beginnen Sie die Übung, indem Sie verschiedene Gegenstände vorstellen, die man ertasten kann. Dazu könnten zum Beispiel ein Stofftier, ein Gegenstand aus Metall oder ein Stück Obst gehören.
  4. Legen Sie jedem Teilnehmer einen Gegenstand in die Hand und bitten Sie ihn, diesen so lange zu ertasten, bis er erraten kann, um was für einen Gegenstand es sich handelt.
  5. Nachdem jeder Teilnehmer seinen Gegenstand erraten hat, können die Gegenstände zwischen den Teilnehmern getauscht werden, damit jeder eine neue Chance hat, seine taktile Wahrnehmung zu trainieren.
  6. Zum Abschluss der Übung können die Teilnehmer über ihre Erfahrungen und Gefühle während der Übung sprechen und sich gegenseitig dabei unterstützen, ihre taktile Wahrnehmung zu verbessern.
Illustration: ältere Frau im Gespräch mit einer Betreuungsperson; daneben steht eine Ernährungspumpe.

Magensonden

Sondenarten unterscheiden, Behandlungsziele verstehen und Beobachtungen weitergeben

Lernartikel · Lesezeit: ca. 4 Minuten

Einleitung und Lernziele

Was unterscheidet eine Magensonde von einer Sonde, die im Dünndarm endet? Dieser Artikel hilft dir, Begriffe einzuordnen und Fragen für die Zusammenarbeit im Betreuungsteam zu formulieren. Er ist keine Anleitung zum Legen oder Bedienen einer Sonde.

Magensonde, PEG und PEJ: die Unterschiede

Enterale Sondenernährung führt Nahrung über eine Sonde in den Magen oder Dünndarm. Der Oberbegriff „Ernährungssonde“ ist deshalb weiter als „Magensonde“ (NICE, 2017, Abschn. 1.7).

Grundbegriffe zum Lernvergleich
SondenartZugang und Ziel
Nasogastrale SondeÜber die Nase in den Magen.
PEGEndoskopisch angelegter Zugang durch die Bauchdecke in den Magen.
PEJEndoskopisch angelegter Zugang in den Leerdarm (Jejunum).
PEG mit jejunaler VerlängerungZugang über den Magen; die Verlängerung führt in den Dünndarm.

Begriffe nach Bischoff et al. (2022, Abschn. 3.2).

Wann kommt Sondenernährung infrage?

Sie wird bei Mangelernährung oder entsprechendem Risiko erwogen, wenn Essen und Trinken nicht ausreichend oder nicht sicher möglich sind und der Verdauungstrakt nutzbar ist. Eine Diagnose allein begründet noch keine Sonde. Bei längerfristigem Bedarf wird ein Zugang durch die Bauchdecke geprüft (NICE, 2017, Empfehlungen 1.7.1–1.7.8).

Die Entscheidung berücksichtigt Behandlungsziel, erwarteten Nutzen, Belastungen, Prognose und Einwilligung. Enterale Ernährung ist eine medizinische Behandlung, die im multiprofessionellen Team geplant wird (Bischoff et al., 2022, Abschn. 1 und 3.1).

Sicherheit: Was muss geklärt sein?

Bei nasogastralen Sonden muss die Lage nach dem Legen und vor der Verwendung fachgerecht bestätigt werden. Ein individueller Versorgungsplan, geschulte Beteiligte und erreichbare Ansprechpersonen gehören zur sicheren Versorgung (NICE, 2017, Empfehlungen 1.7.16–1.7.17 und 1.9.2–1.9.4).

Arzneimittel sind nicht automatisch zur Sondengabe geeignet. Die Eignung und Zubereitung werden fachlich, unter Einbezug der Apotheke, geprüft. Beobachtungen wie Schmerzen, Leckage, Rötung oder veränderte Sondenlage werden zeitnah an das zuständige Fachpersonal weitergegeben; eine herausgerutschte, frisch angelegte PEG ist ein Notfall (Bischoff et al., 2022, Abschn. 3.2).

Für Lernende bedeutet das: erst Zuständigkeit und vereinbarten Ablauf klären, dann die eigene Aufgabe übernehmen. Aus diesem Lernartikel ergibt sich keine Berechtigung zu pflegerischen oder medizinischen Maßnahmen.

Praxisbeispiel: Beobachtung statt Vermutung

Fiktive Situation: Beim gemeinsamen Lesen sagt eine Bewohnerin, die Kleidung sei neben ihrer Sonde feucht. Eine Betreuungsperson hält fest, was sie sieht und was die Bewohnerin berichtet, und informiert das zuständige Pflegepersonal. Sie verändert die Sonde nicht eigenständig.

Lernauftrag: Formuliere eine kurze Übergabe. Trenne die Aussage der Bewohnerin, deine eigene Beobachtung und deine offene Frage. Welche Information fehlt dir, bevor du eine Ursache behaupten könntest?

Zusammenfassung

  • Bezeichnung, Zugang und Zielort einer Sonde unterscheiden.
  • Individuelles Behandlungsziel und Zuständigkeiten kennen.
  • Veränderungen konkret beschreiben und fachlich abklären lassen.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Bischoff, S. C. et al. (2022): ESPEN practical guideline: Home enteral nutrition. Clinical Nutrition, 41, S. 468–488. Leitlinie (PDF) (Zugriff: 29.10.2026).
  • National Institute for Health and Care Excellence (NICE) (2017): Nutrition support for adults: oral nutrition support, enteral tube feeding and parenteral nutrition. CG32, aktualisiert 04.08.2017. Empfehlungen (Zugriff: 29.10.2026).

Redaktioneller Quellenabgleich: 29. Oktober 2026. Lernmaterial; keine individuelle Behandlungsanweisung und keine externe ärztliche Begutachtung.

Wissen überprüfen

Welche Aussage zu Ernährungssonden trifft zu?

Noch nicht richtig. Es gibt auch Zugänge zum Dünndarm. Lies den Abschnitt zu den Sondenarten.

Richtig. Die Sondenbezeichnung und der Versorgungsplan helfen, die konkrete Situation einzuordnen.

Noch nicht richtig. Die Eignung zur Sondengabe muss für das jeweilige Arzneimittel geprüft werden.

Single-Choice mit unmittelbarer Rückmeldung. Deine Antwort wird nicht gespeichert.