Tast-Memory: gleiche Oberflächen gemeinsam finden

Wenige gut unterscheidbare Materialpaare erkunden und zuordnen

Praxisartikel · Lesezeit: ca. 5 Minuten

Einleitung und Lernziele

Du bereitest ein übersichtliches Tast-Memory vor und passt Anzahl und Antwortform an die Person an.

Fachliche Einordnung

Beim Erkennen durch Ertasten werden Berührungsinformationen verarbeitet (Schermann und Tadi, 2022). Das folgende Memory ist eine redaktionelle Spielidee, kein standardisiertes Testverfahren.

Bei Demenz sollen Angebote an persönliche Vorlieben angepasst werden (NICE, 2019).

Zielgruppe und Vorbereitung

Für interessierte Erwachsene und ältere Menschen, einzeln oder in einer kleinen Gruppe. Die Planung richtet sich nach Tagesform, Kommunikation und Unterstützungsbedarf.

Planungsübersicht
SchwerpunktTaktile Wahrnehmung
Orientierungsdauer5–15 Minuten; jederzeit kürzer möglich.
MaterialZwei bis drei Paare großer, gleich geformter Tasttafeln, etwa mit fest befestigtem Baumwollstoff, Filz und glatter Oberfläche; rutschfeste Unterlage.
Beobachtbares ZielDie Person vergleicht zwei selbst gewählte Flächen und entscheidet, ob sie sich gleich oder unterschiedlich anfühlen.

Bereite einen gut erreichbaren Arbeitsplatz vor und kläre vor Beginn, wie die Person Zustimmung, Pause oder Ablehnung ausdrückt. Prüfe das Material selbst, bevor du es anbietest.

Durchführung Schritt für Schritt

  1. Lege zunächst nur zwei Paare offen aus. Erkläre und zeige das Prinzip: zwei gleiche Oberflächen zusammenlegen.

  2. Die Person darf alle Flächen ansehen und berühren. Es gibt keine feste Einprägezeit.

  3. Biete eine Tafel als Ausgangspunkt an und lasse aus zwei anderen das passende Gegenstück auswählen.

  4. Bestätige die beobachtete Zuordnung sachlich. Bei Unsicherheit können beide Flächen nochmals nebeneinander ertastet werden.

  5. Nur auf Wunsch werden die Tafeln umgedreht und nacheinander aufgedeckt. Beende, bevor aus Interesse Anstrengung wird.

Anpassungen und Sicherheit

Die offene Zuordnung ist die einfachere Grundform. Eine Gedächtnisvariante wird erst angeboten, wenn sie gewünscht ist. Unterschiede können auch gezeigt statt sprachlich benannt werden; Wettbewerb und Zeitlimit entfallen.

Beobachtung und Reflexion

Notiere die Zahl angebotener Paare, die gewählte Hilfe und eine konkrete Rückmeldung. „Vergleicht beide Stoffe erneut“ ist hilfreicher als „schlechtes Gedächtnis“.

Frage zum Abschluss, ob und in welcher Form eine Wiederholung gewünscht wird. Halte im Team fest, welche konkrete Anpassung sich aus der Rückmeldung ergibt.

Vorlage für die Umsetzung

Die Felder sind zum Ausfüllen und Drucken über den Browser gedacht. Es gibt keinen Absendevorgang; die Eingaben werden durch dieses Formular nicht gespeichert und können beim Neuladen verloren gehen. Keine identifizierenden Bewohnerdaten eintragen.

Zusammenfassung

  • Die Person vergleicht zwei selbst gewählte Flächen und entscheidet, ob sie sich gleich oder unterschiedlich anfühlen.
  • Tempo, Hilfen und Ende gemeinsam abstimmen.
  • Konkrete Beobachtungen statt pauschaler Wirkversprechen dokumentieren.

Quellen und weiterführende Literatur

Die Quellen erläutern fachliche Grundlagen. Ablauf, Anpassungen und Vorlage sind redaktionelle didaktische Vorschläge; eine spezifische therapeutische Wirkung dieser Übung wird nicht behauptet.

  • Schermann, T. und Tadi, P. (2022): Stereognosis. StatPearls. Fachgrundlage. (Zugriff: 29.10.2026).
  • NICE (2019): Activities to promote wellbeing. QS184, Statement 5. Qualitätsstandard. (Zugriff: 29.10.2026).

Redaktioneller Quellenabgleich: 29. Oktober 2026. Die Praxisbeispiele sind fiktive Lernbeispiele.

Wissen überprüfen

Die verdeckte Variante führt zu Frust. Was ist eine passende Anpassung?

Noch nicht richtig. Eine offene Zuordnung senkt die Gedächtnisanforderung und erhält den Tastschwerpunkt.

Richtig. Eine offene Zuordnung senkt die Gedächtnisanforderung und erhält den Tastschwerpunkt.

Noch nicht richtig. Eine offene Zuordnung senkt die Gedächtnisanforderung und erhält den Tastschwerpunkt.

Welche Dokumentation ist nachvollziehbar?

Richtig. Beobachtung und Interpretation bleiben unterscheidbar.

Noch nicht richtig. Ein einzelnes Angebot belegt keine dauerhafte Wirkung.

Noch nicht richtig. Eine konkrete Beschreibung hilft bei der nächsten Planung.

Zwei Single-Choice-Fragen mit unmittelbarer Rückmeldung. Deine Antwort wird nicht gespeichert.