Eine kleine Materialauswahl als Gesprächsanlass
Einleitung und Lernziele
Du gestaltest eine Materialstation, bei der unterschiedliche Empfindungen ohne Bewertung nebeneinander stehen dürfen.
Fachliche Einordnung
Die Haut vermittelt Berührungsinformationen; Erkennen und Einordnen erfordern weitere Verarbeitung (Schermann und Tadi, 2022). „Angenehm“ ist in dieser Übung eine persönliche Rückmeldung, kein Messwert.
Bei Demenz sollen Angebote an persönliche Vorlieben angepasst werden (NICE, 2019).
Zielgruppe und Vorbereitung
Für interessierte Erwachsene und ältere Menschen, einzeln oder in einer kleinen Gruppe. Die Planung richtet sich nach Tagesform, Kommunikation und Unterstützungsbedarf.
| Schwerpunkt | Taktile Wahrnehmung |
|---|---|
| Orientierungsdauer | 5–15 Minuten; jederzeit kürzer möglich. |
| Material | Drei große, sichere Tastflächen: glattes Holz, weicher Stoff und leicht strukturierter Gummi; stabile Tabletts und rutschfeste Unterlage. |
| Beobachtbares Ziel | Die Person wählt eine bevorzugte Oberfläche oder zeigt, welche sie nicht berühren möchte. |
Bereite einen gut erreichbaren Arbeitsplatz vor und kläre vor Beginn, wie die Person Zustimmung, Pause oder Ablehnung ausdrückt. Prüfe das Material selbst, bevor du es anbietest.
Durchführung Schritt für Schritt
Stelle die drei Materialien sichtbar vor. Frage nach Interesse und vereinbare ein einfaches Stoppzeichen.
Biete zunächst eine Fläche an. Die Person bestimmt Berührungsdauer und Berührungsart.
Frage nach einer eigenen Beschreibung. Wenn Worte fehlen, kannst du zwei Begriffe anbieten, ohne die Antwort vorzugeben.
Lege auf Wunsch eine zweite Fläche daneben. Frage, ob beide ähnlich wirken oder unterschiedlich angenehm sind.
Lass die bevorzugte Fläche auswählen und schließe mit der Frage, ob diese Auswahl beim nächsten Mal wieder angeboten werden soll.
Anpassungen und Sicherheit
Eine einzelne Fläche genügt. Ein Vergleich kann durch Zeigen, Mimik oder Ablehnen erfolgen. Die Materialien liegen sichtbar; Verbergen oder Erraten ist nicht das Ziel dieser Station.
Beobachtung und Reflexion
Notiere zum Beispiel: „Wählt den weichen Stoff; zieht die Hand beim Gummi zurück.“ Vermeide Aussagen wie „fühlt falsch“ oder „war heute unkooperativ“.
Frage zum Abschluss, ob und in welcher Form eine Wiederholung gewünscht wird. Halte im Team fest, welche konkrete Anpassung sich aus der Rückmeldung ergibt.
Vorlage für die Umsetzung
Die Felder sind zum Ausfüllen und Drucken über den Browser gedacht. Es gibt keinen Absendevorgang; die Eingaben werden durch dieses Formular nicht gespeichert und können beim Neuladen verloren gehen. Keine identifizierenden Bewohnerdaten eintragen.
Zusammenfassung
- Die Person wählt eine bevorzugte Oberfläche oder zeigt, welche sie nicht berühren möchte.
- Tempo, Hilfen und Ende gemeinsam abstimmen.
- Konkrete Beobachtungen statt pauschaler Wirkversprechen dokumentieren.
Quellen und weiterführende Literatur
Die Quellen erläutern fachliche Grundlagen. Ablauf, Anpassungen und Vorlage sind redaktionelle didaktische Vorschläge; eine spezifische therapeutische Wirkung dieser Übung wird nicht behauptet.
- Schermann, T. und Tadi, P. (2022): Stereognosis. StatPearls. Fachgrundlage. (Zugriff: 29.10.2026).
- NICE (2019): Activities to promote wellbeing. QS184, Statement 5. Qualitätsstandard. (Zugriff: 29.10.2026).
Redaktioneller Quellenabgleich: 29. Oktober 2026. Die Praxisbeispiele sind fiktive Lernbeispiele.
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