Symbolbild zur Praxisübung: Orientierung im Sitzen: Blick und kleine Kopfbewegungen verbinden

Orientierung im Sitzen: Blick und kleine Kopfbewegungen verbinden

Ein ruhiges Alltagsangebot zur Orientierung im vertrauten Raum

Praxisartikel · Grundlagen für Sozialbetreuungsausbildungen · Lesezeit ca. 5 Minuten

Einleitung und Lernziele

Die Person orientiert sich aus einer sicheren Sitzposition zu zwei vertrauten Punkten, etwa Tür und Fenster. Das Angebot ist bewusst kurz und unterscheidet sich von einem Balance-Parcours oder Stuhltanz. Du lernst, räumliche Orientierung zu begleiten und Beschwerden sofort ernst zu nehmen.

Fachliche Einordnung

Gleichgewicht beruht auf dem Zusammenwirken vestibulärer, visueller und körperbezogener Informationen (NIDCD, o. J., Balance Disorders). Kleine aktive Kopfbewegungen verändern vestibuläre Signale; zugleich helfen Blick und Sitzkontakt. Dieses Alltagsangebot ist keine vestibuläre Rehabilitation und kein Schwindeltest.

Zielgruppe und Planung

Gedacht für Erwachsene und ältere Menschen in der Sozialbetreuung, die Interesse am Angebot zeigen. Bei Unterstützungsbedarf werden Kommunikation, Tagesform und individuelle Vorgaben vorab berücksichtigt. Einstieg im Einzelsetting; beim Gesprächsangebot sind zwei bis vier Personen möglich.

Planungsübersicht
WahrnehmungsbereichVestibuläres System
Orientierungsdauer3–5 Minuten; jederzeit kürzer möglich
MaterialStabiler Stuhl mit Rückenlehne und bei Bedarf Armlehnen, zwei vertraute Orientierungspunkte im Raum.
Konkretes ZielDie Person wählt einen Orientierungspunkt und richtet Blick beziehungsweise Kopf nur im angenehm möglichen Umfang selbst dorthin.

Vorbereitung

Bei aktuellem Schwindel, ungeklärten Gleichgewichtsproblemen, Nackenbeschwerden oder entsprechenden medizinischen Einschränkungen keine Kopfbewegungsübung anbieten. Kläre die Eignung im Team. Füße und Rücken sollen passend unterstützt sein; niemand steht während der Übung auf.

Durchführung Schritt für Schritt

  1. Frage, ob die Person sich kurz gemeinsam im Raum orientieren möchte. Benenne zwei vertraute, gut sichtbare Punkte in geringer seitlicher Entfernung.

  2. Beginne mit dem Blick geradeaus. Die Person sucht auf Wunsch einen Punkt mit den Augen und kann den Kopf langsam ein wenig mitdrehen.

  3. Lasse sie in ihrer eigenen Geschwindigkeit zur angenehmen Ausgangsposition zurückkehren. Keine Endstellung oder feste Wiederholungszahl vorgeben.

  4. Frage nach dem Befinden. Nur bei Wohlbefinden und Wunsch kann der zweite Punkt betrachtet werden. Eine einzige Bewegung kann genügen.

  5. Schließe in ruhiger Sitzposition ab. Nicht unmittelbar anschließend zum Aufstehen auffordern; weiteres Vorgehen richtet sich nach dem individuellen Unterstützungsbedarf.

Anpassungen und Sicherheit

Passend zur Person gestalten

Bei ausgeschlossener Kopfbewegung kann ein reines Gespräch über sichtbare Orientierungspunkte stattfinden. Das ist eine visuelle Alternative und wird nicht als vestibuläre Übung bezeichnet. Bei geringer Ausdauer nur einen Punkt nutzen.

Beobachtung und Reflexion

Erfasse gewählten Punkt, selbst gewählten Bewegungsumfang und Wohlbefinden. Keine Aussage wie „Gleichgewicht verbessert“ aus einer einzelnen Einheit ableiten. Beschwerdefreiheit wird vor jeder Fortsetzung neu erfragt.

Frage abschließend, ob das Angebot wiederholt werden soll. Unterscheide im Team zwischen dem, was du gesehen oder gehört hast, und deiner Interpretation. Eine gelungene Einheit kann auch darin bestehen, eine Grenze erkannt und respektiert zu haben.

Vorlage für die Umsetzung

Die Felder können hier ausgefüllt und über die Druckfunktion des Browsers gedruckt werden. Es gibt keinen Absendevorgang und keine Speicherung durch dieses Formular; beim Neuladen können Eingaben verloren gehen. Verwende Kürzel statt identifizierender Bewohnerdaten.

Zusammenfassung

  • Schwerpunkt: Vestibuläres System; weitere Sinne können beteiligt sein.
  • Die Person wählt einen Orientierungspunkt und richtet Blick beziehungsweise Kopf nur im angenehm möglichen Umfang selbst dorthin.
  • Beobachtungen konkret festhalten, Grenzen respektieren und das nächste Angebot gemeinsam anpassen.

Quellen und weiterführende Literatur

Die Quellen stützen die fachlichen Grundlagen. Ablauf und Umsetzungsvorlage sind redaktionelle didaktische Vorschläge; eine spezifische therapeutische Wirksamkeit dieser Übung wird nicht behauptet. Lehrplanbezug: individuelle, zielgruppengerechte Aktivierungsangebote und Reflexion.

  • BMBWF (2018): Schule für Sozialbetreuungsberufe – Organisationsstatut, Neufassung 2018. Erlass vom 5.6.2018, BMBWF-21.635/0006-BS/5/2018, MVBl. Nr. 30/2018, S. 17: Aktivierung und kreativer Ausdruck. Der Redaktion bereitgestellte Lehrplanfassung.
  • NIDCD: Balance Disorders. Originalquelle öffnen (Zugriff: 23.10.2026).

Redaktioneller Quellenabgleich: 23. Oktober 2026. Titelbild: KI-generierte Symbolillustration. Keine Darstellung realer betreuter Personen.

Wissen überprüfen

Während des Angebots tritt Schwindel auf. Was tust du?

Richtig. Schwindel wird nicht als erwünschter Trainingsreiz genutzt. Dieses Angebot ist keine Schwindeltherapie. Ablauf nachlesen

Noch nicht richtig. Schwindel wird nicht als erwünschter Trainingsreiz genutzt. Dieses Angebot ist keine Schwindeltherapie. Ablauf nachlesen

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Welche Dokumentation ist fachlich am besten nachvollziehbar?

Noch nicht richtig. Beobachtung und Bewertung werden getrennt. Aus einer Einheit lässt sich keine dauerhafte Wirkung ableiten. Beobachtung nachlesen

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Zwei Single-Choice-Fragen · ohne Registrierung oder Speicherung der Antworten. Wähle eine andere Antwort, um den Selbsttest zu wiederholen.

Symbolbild: Spielidee: „Balance-Parcours„

Spielidee: „Balance-Parcours“

Beschreibung: Das Spiel „Balance-Parcours“ ist ein aktives Spiel, das auf das vestibuläre System abzielt. Es soll helfen, das Gleichgewicht zu verbessern und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu stärken. Das Spiel kann in einer Gruppe oder einzeln gespielt werden.

Anforderungen: Markierungshütchen oder Gegenstände, die als Markierungen dienen können Brett oder stabile Planke (optional) Spielanleitung:

Markieren Sie eine Strecke auf dem Boden mit Hütchen oder anderen Gegenständen. Die Strecke sollte aus verschiedenen Abschnitten bestehen, die unterschiedliche Anforderungen an das Gleichgewicht stellen. Zum Beispiel können Sie schmale Stellen einbauen, auf denen der Spieler nur auf einem Fuß balancieren muss, oder Kurven, die eine enge Kontrolle erfordern. Der Spieler muss die Strecke entlanggehen und versuchen, das Gleichgewicht zu halten und nicht umzufallen. Um das Spiel schwieriger zu gestalten, können Sie ein Brett oder eine stabile Planke als zusätzliche Herausforderung einbauen, auf der der Spieler balancieren muss. Wenn der Spieler die Strecke gemeistert hat, kann die Strecke verändert oder erweitert werden, um weitere Herausforderungen zu bieten.

Zusätzliche Hinweise:

Achten Sie darauf, dass die Strecke sicher ist und keine unnötigen Gefahren birgt. Stellen Sie sicher, dass der Spieler eine geeignete Kleidung und Schuhe trägt, um Stürze zu vermeiden. Das Spiel kann auch in einem therapeutischen Kontext verwendet werden, um das Gleichgewicht und die Koordination zu verbessern.

Symbolbild: Spielidee: „Körperliche Koordination“

Spielidee: „Körperliche Koordination“

Beschreibung:

Das Spiel „Körperliche Koordination“ ist ein Aktivitätsspiel, das darauf abzielt, das vestibuläre System zu stimulieren und die körperliche Koordination und das Gleichgewicht zu verbessern. Das Spiel kann in einer Gruppe oder einzeln gespielt werden.

Anforderungen:

Ein Stuhl

Ein kleiner Ball

Ein Zielobjekt (z.B. ein Becher)

Spielanleitung:

Der Spieler setzt sich auf einen Stuhl mit beiden Füßen auf dem Boden.

Das Zielobjekt wird einige Meter vom Stuhl entfernt aufgestellt.

Der Spieler wirft den Ball auf das Zielobjekt und versucht, es zu treffen.

Nach jedem Wurf wird der Stuhl ein wenig gedreht, um die Herausforderung zu erhöhen.

Je nach Fähigkeit des Spielers können weitere Anpassungen vorgenommen werden, wie z.B. das Schließen der Augen oder das Werfen mit der nicht dominanten Hand.

Nach einer bestimmten Anzahl von Würfen wird der Spieler mit der besten Trefferquote zum Gewinner erklärt.

Zusätzliche Hinweise:

Es ist wichtig, dass das Zielobjekt stabil steht, um Verletzungen zu vermeiden.

Das Spiel kann auch im Sitzen ohne Stuhl gespielt werden, um die Schwierigkeit zu erhöhen.

Es ist ratsam, dass eine Betreuungsperson während des Spiels anwesend ist, um Unterstützung und Anleitung zu geben.

Symbolbild: Spielidee „Tanz mit dem Stuhl“

Spielidee „Tanz mit dem Stuhl“

Beschreibung:

Das Spiel „Tanz mit dem Stuhl“ ist ein einfaches Spiel, das darauf abzielt, die Fähigkeit zur Balance und die Wahrnehmung von Bewegungen zu fördern. Das Spiel kann in einer Gruppe oder einzeln gespielt werden.

Anforderungen:

Stühle

Musik

Spielanleitung:

Die Spieler setzen sich auf die Stühle und halten sich gut fest.

Dann wird Musik eingeschaltet und die Spieler bewegen sich im Rhythmus der Musik auf ihren Stühlen.

Nach ein paar Minuten wird die Musik ausgeschaltet und die Spieler müssen versuchen, sich auf ihrem Stuhl zu halten, ohne sich festzuhalten.

Der Spieler, der am längsten auf seinem Stuhl bleibt, ohne sich festzuhalten oder herunterzufallen, gewinnt.

Das Spiel kann mehrere Runden haben, um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen.

Zusätzliche Hinweise:

Um das Spiel einfacher zu gestalten, können die Spieler anfangs nur ihre Füße bewegen und allmählich ihre Arme einbeziehen.

Es ist wichtig, dass die Stühle stabil sind und dass die Spieler nicht zu hart auf ihnen herumhüpfen, um Verletzungen zu vermeiden.

Das Spiel kann auch in Verbindung mit anderen Bewegungsspielen oder Tanzbewegungen gespielt werden, um die vestibuläre Wahrnehmung noch weiter zu fördern.

Symbolbild: Vestibuläre System

Vestibuläre System

Eine Übung für das Vestibuläre System für geriatrische Bewohner in einem Pflegeheim könnte folgendermaßen aussehen:

  1. Stellen Sie sicher, dass der Raum, in dem die Übung stattfindet, ruhig und gut beleuchtet ist.
  2. Bitten Sie die Teilnehmer, sich bequem hinzusetzen und ihre Augen zu schließen.
  3. Beginnen Sie die Übung, indem Sie leichte Bewegungen des Kopfes und des Oberkörpers vornehmen. Dazu könnten zum Beispiel leichte Neigungen des Kopfes nach links und rechts oder leichte Drehungen des Oberkörpers gehören.
  4. Bitten Sie die Teilnehmer, ihre Augen zu öffnen und die Bewegungen nachzuahmen, die Sie gemacht haben.
  5. Nachdem jeder Teilnehmer seine Bewegungen nachgemacht hat, können Sie die Übung variieren, indem Sie schnellere oder komplexere Bewegungen vornehmen und die Teilnehmer bitten, diese nachzuahmen.
  6. Zum Abschluss der Übung können die Teilnehmer über ihre Erfahrungen und Gefühle während der Übung sprechen und sich gegenseitig dabei unterstützen, ihr vestibuläres System zu trainieren und zu verbessern.