Symbolbild zur Praxisübung: Mein Genussprofil: Geschmacksvorlieben im Alltag festhalten

Mein Genussprofil: Geschmacksvorlieben im Alltag festhalten

Eine persönliche Auswahlhilfe statt eines Geschmacksratespiels

Praxisartikel · Grundlagen für Sozialbetreuungsausbildungen · Lesezeit ca. 5 Minuten

Einleitung und Lernziele

Bei diesem Angebot muss niemand Lebensmittel erkennen oder Geschmack benennen können. Die Person entscheidet, welche von zwei vertrauten Varianten ihr heute lieber ist. Du lernst, individuelle Vorlieben zu erfragen und von Sicherheitsvorgaben bei Essen und Trinken zu unterscheiden.

Fachliche Einordnung

Geschmack, Geruch und Mundgefühl wirken beim Essen zusammen; die fünf Grundgeschmacksqualitäten sind süß, sauer, salzig, bitter und umami (NIDCD, 2023). Ein Genussprofil bildet eine momentane Vorliebe ab, keine Untersuchung einer Geschmacksstörung.

Zielgruppe und Planung

Gedacht für Erwachsene und ältere Menschen in der Sozialbetreuung, die Interesse am Angebot zeigen. Bei Unterstützungsbedarf werden Kommunikation, Tagesform und individuelle Vorgaben vorab berücksichtigt. Einstieg im Einzelsetting; beim Gesprächsangebot sind zwei bis vier Personen möglich.

Planungsübersicht
WahrnehmungsbereichGustatorische Wahrnehmung
Orientierungsdauer10–15 Minuten; jederzeit kürzer möglich
MaterialZwei bekannte, individuell geeignete Speisen in kleinen Portionen, eigenes sauberes Besteck, Bewertungskarten und Zutatenliste.
Konkretes ZielEine aktuelle Vorliebe oder Ablehnung wird in der eigenen Ausdrucksform der Person erfasst und für die nächste Mahlzeitenplanung nutzbar gemacht.

Vorbereitung

Kläre Allergien, Kostform, Ernährungsvorgaben und sicheren Schluckstatus anhand des bestehenden Versorgungsplans. Nur bereits geeignete Speisen anbieten. Bei ungeklärter Schluckfähigkeit keine Verkostung durchführen; stattdessen anhand von Bildern Vorlieben besprechen.

Durchführung Schritt für Schritt

  1. Zeige beide Speisen und benenne die Zutaten verständlich. Die Person kann eine, beide oder keine auswählen.

  2. Biete nacheinander eine kleine, zur Person passende Portion an. Essen bleibt selbstbestimmt; kein Einführen gegen Widerstand und kein Zeitdruck.

  3. Frage nach dem Schlucken: „Möchtest du davon noch einmal?“ Nutze bei Bedarf Ja-/Nein-Karten. Während des Kauens oder Schluckens keine Gesprächsantwort verlangen.

  4. Halte die Wahl neutral fest. Wenn beide abgelehnt werden, ist dies ebenfalls ein Ergebnis; es wird keine dritte Probe erzwungen.

  5. Besprich, ob die bevorzugte Variante bei einer späteren Mahlzeit erneut angeboten werden darf. Datum und Tagesform ergänzen.

Anpassungen und Sicherheit

Passend zur Person gestalten

Bekannte Speisen in angepasster Konsistenz sind möglich, sofern der Versorgungsplan dies vorsieht. Ein reines Gespräch über Essen kann Teilhabe ermöglichen, ersetzt aber keine beobachtete gustatorische Erfahrung.

Beobachtung und Reflexion

Dokumentiere Speise, Konsistenz, Zutaten, Angebot und konkrete Reaktion. „Heute abgelehnt“ ist genauer als „mag nie Joghurt“. Wünsche werden innerhalb der fachlich festgelegten Ernährungsvorgaben berücksichtigt.

Frage abschließend, ob das Angebot wiederholt werden soll. Unterscheide im Team zwischen dem, was du gesehen oder gehört hast, und deiner Interpretation. Eine gelungene Einheit kann auch darin bestehen, eine Grenze erkannt und respektiert zu haben.

Vorlage für die Umsetzung

Die Felder können hier ausgefüllt und über die Druckfunktion des Browsers gedruckt werden. Es gibt keinen Absendevorgang und keine Speicherung durch dieses Formular; beim Neuladen können Eingaben verloren gehen. Verwende Kürzel statt identifizierender Bewohnerdaten.

Zusammenfassung

  • Schwerpunkt: Gustatorische Wahrnehmung; weitere Sinne können beteiligt sein.
  • Eine aktuelle Vorliebe oder Ablehnung wird in der eigenen Ausdrucksform der Person erfasst und für die nächste Mahlzeitenplanung nutzbar gemacht.
  • Beobachtungen konkret festhalten, Grenzen respektieren und das nächste Angebot gemeinsam anpassen.

Quellen und weiterführende Literatur

Die Quellen stützen die fachlichen Grundlagen. Ablauf und Umsetzungsvorlage sind redaktionelle didaktische Vorschläge; eine spezifische therapeutische Wirksamkeit dieser Übung wird nicht behauptet. Lehrplanbezug: individuelle, zielgruppengerechte Aktivierungsangebote und Reflexion.

  • BMBWF (2018): Schule für Sozialbetreuungsberufe – Organisationsstatut, Neufassung 2018. Erlass vom 5.6.2018, BMBWF-21.635/0006-BS/5/2018, MVBl. Nr. 30/2018, S. 17: Aktivierung und kreativer Ausdruck. Der Redaktion bereitgestellte Lehrplanfassung.
  • NIDCD (2023): Taste Disorders. Originalquelle öffnen (Zugriff: 23.10.2026).
  • NHS: Dysphagia (swallowing problems). Originalquelle öffnen (Zugriff: 23.10.2026).

Redaktioneller Quellenabgleich: 23. Oktober 2026. Titelbild: KI-generierte Symbolillustration. Keine Darstellung realer betreuter Personen.

Wissen überprüfen

Was ist vor einer Verkostung bei ungeklärter Schluckfähigkeit richtig?

Noch nicht richtig. Eine Aktivierung ist kein Schlucktest. Bis zur Klärung ist ein Gespräch mit Bildern die passende Alternative. Ablauf nachlesen

Noch nicht richtig. Eine Aktivierung ist kein Schlucktest. Bis zur Klärung ist ein Gespräch mit Bildern die passende Alternative. Ablauf nachlesen

Richtig. Eine Aktivierung ist kein Schlucktest. Bis zur Klärung ist ein Gespräch mit Bildern die passende Alternative. Ablauf nachlesen

Welche Dokumentation ist fachlich am besten nachvollziehbar?

Noch nicht richtig. Beobachtung und Bewertung werden getrennt. Aus einer Einheit lässt sich keine dauerhafte Wirkung ableiten. Beobachtung nachlesen

Richtig. Beobachtung und Bewertung werden getrennt. Aus einer Einheit lässt sich keine dauerhafte Wirkung ableiten. Beobachtung nachlesen

Noch nicht richtig. Beobachtung und Bewertung werden getrennt. Aus einer Einheit lässt sich keine dauerhafte Wirkung ableiten. Beobachtung nachlesen

Zwei Single-Choice-Fragen · ohne Registrierung oder Speicherung der Antworten. Wähle eine andere Antwort, um den Selbsttest zu wiederholen.

Symbolbild: Titel des Spiels: Geschmacksreise

Titel des Spiels: Geschmacksreise

Zielgruppe: Alte Menschen mit Einschränkungen im Seh- oder Bewegungsbereich, die ihre gustatorische Wahrnehmung trainieren möchten.

Vorbereitung/Material: Verschiedene Lebensmittel oder Getränke mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen (z.B. süß, sauer, salzig, bitter, umami), kleine Behälter oder Teller zum Servieren, Löffel oder Becher, Servietten.

Spielablauf/genaue Beschreibung der Spielregeln: Der/die Spielleiter/in bereitet verschiedene Lebensmittel oder Getränke mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen vor und serviert sie in kleinen Behältern oder Tellern. Die Teilnehmer/innen setzen sich um einen Tisch und erhalten einen Löffel oder Becher, um die Geschmacksproben zu kosten. Der/die Spielleiter/in erklärt den Teilnehmer/innen kurz, welche Geschmacksrichtung sie erwarten können und gibt ihnen die Möglichkeit, den Geschmack zu erraten oder zu beschreiben. Die Teilnehmer/innen können sich auch untereinander austauschen und vergleichen, welchen Geschmack sie wahrnehmen. Am Ende der Geschmacksreise können die Teilnehmer/innen darüber diskutieren, welchen Geschmack sie am liebsten mochten oder welchen sie am schwierigsten zu erkennen fanden.

Intention: Das Spiel soll die gustatorische Wahrnehmung der Teilnehmer/innen stärken und ihnen die Möglichkeit geben, verschiedene Geschmacksrichtungen zu erkunden und zu unterscheiden. Gleichzeitig kann das Spiel auch dazu beitragen, das Gemeinschaftsgefühl und den Austausch untereinander zu fördern.

Weiterführende Ideen/Variationen:

Das Spiel kann auch als „Blindverkostung“ gestaltet werden, bei der die Teilnehmer/innen die Lebensmittel oder Getränke, ohne zu wissen, welche Geschmacksrichtung sie erwarten, kosten.

Es können auch Aufgaben gestellt werden, wie z.B. ein bestimmtes Lebensmittel zu erkennen, indem man nur den Geschmack beschreibt.

Das Spiel kann auch mit speziellen Lebensmitteln oder Getränken gestaltet werden, die auf die Vorlieben oder Bedürfnisse der Teilnehmer/innen abgestimmt sind (z.B. zuckerfrei, glutenfrei, etc.).

Symbolbild: Titel des Spiels: Geschmacks-Memory

Titel des Spiels: Geschmacks-Memory

Zielgruppe: Alte Menschen mit Interesse an der Erhaltung und Verbesserung ihrer gustatorischen Wahrnehmung.

Vorbereitung/Material: Verschiedene Lebensmittel oder Zutaten, die unterschiedliche Geschmacksrichtungen aufweisen (z.B. Salz, Zucker, Zitrone, Zimt, etc.), kleine Behälter, Löffel und Tücher zum Abwischen der Löffel.

Spielablauf/genaue Beschreibung der Spielregeln: Ein/e Spielleiter/in bereitet im Vorfeld verschiedene Lebensmittel oder Zutaten mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen vor und füllt diese in kleine Behälter. Die Teilnehmer/innen werden in zwei Teams aufgeteilt. Jedes Team bekommt einen Satz von Löffeln und Tüchern zum Abwischen der Löffel. Der/die Spielleiter/in zeigt jedem Team abwechselnd einen Behälter mit einem bestimmten Lebensmittel und lässt die Teilnehmer/innen den Geschmack probieren. Danach wird der Behälter wieder weggenommen und das Team muss versuchen, sich an den Geschmack zu erinnern und das passende Gegenstück zu finden. Jedes Mal, wenn ein passendes Paar gefunden wurde, bekommt das entsprechende Team einen Punkt. Gewinner ist das Team mit den meisten Punkten am Ende des Spiels.

Intention: Das Spiel soll die gustatorische Wahrnehmung der Teilnehmer/innen schulen und verbessern. Gleichzeitig soll es dazu beitragen, das Gedächtnis zu trainieren und die Fähigkeit zu fördern, sich an Geschmacksrichtungen zu erinnern.

Weiterführende Ideen/Variationen:

Es können auch verschiedene Texturen und Mundgefühle, wie z.B. knusprig oder weich, mit einbezogen werden.

Es können auch lokale oder regionale Spezialitäten als Zutaten verwendet werden, um die kulturelle Vielfalt der Teilnehmer/innen zu berücksichtigen.

Es können auch Riechproben in das Spiel integriert werden, um die Verbindung zwischen Geruch und Geschmack zu erforschen.

Symbolbild: Gustatorische Wahrnehmungsübung

Gustatorische Wahrnehmungsübung

Eine Gustatorische Wahrnehmungsübung für geriatrische Bewohner in einem Pflegeheim könnte folgendermaßen aussehen:

  1. Stellen Sie sicher, dass der Raum, in dem die Übung stattfindet, ruhig und gut beleuchtet ist.
  2. Bereiten Sie verschiedene Lebensmittel und Getränke vor, die unterschiedliche Geschmacksrichtungen haben. Dazu könnten zum Beispiel Süßes, Salziges, Säureschmeckendes und Bitterstoffe gehören.
  3. Bitten Sie die Teilnehmer, sich bequem hinzusetzen und ihre Augen zu schließen.
  4. Führen Sie jedem Teilnehmer ein Lebensmittel oder Getränk an die Lippen und bitten Sie ihn, es zu kosten und dann zu sagen, was er schmeckt.
  5. Nachdem jeder Teilnehmer sein Lebensmittel oder Getränk erraten hat, können die Geschmacksrichtungen getauscht werden, damit jeder eine neue Chance hat, seine gustatorische Wahrnehmung zu trainieren.
  6. Zum Abschluss der Übung können die Teilnehmer über ihre Erfahrungen und Gefühle während der Übung sprechen und sich gegenseitig dabei unterstützen, ihre gustatorische Wahrnehmung zu verbessern.