Grundlagenwissen · Herz und Kreislauf
Systole, Diastole und Blutdruckwerte verstehen
Einleitung und Lernziele
Blutdruckwerte gehören zu den häufigen Angaben in Betreuung und Pflege. Dieser Artikel hilft, die beiden Messwerte zu unterscheiden und Veränderungen verständlich weiterzugeben.
Nach dem Lesen kannst du systolisch und diastolisch erklären, hohe und niedrige Werte einordnen und den Zusammenhang mit Beschwerden beschreiben.
Die zwei Blutdruckwerte
Der arterielle Blutdruck ist der Druck in den Arterien. Durch den Wechsel von Auswurf- und Erschlaffungsphase des Herzens entstehen zwei Werte (Gesundheitsportal Österreich, o.J.).
| Messwert | Bedeutung |
|---|---|
| Systolisch | Der höhere Wert während der Auswurfphase, in der das Herz Blut weiterpumpt. |
| Diastolisch | Der niedrigere Wert während der Erschlaffungsphase der Herzkammern. |
Quelle: Gesundheitsportal Österreich (o.J.). Die Einheit mmHg bedeutet Millimeter Quecksilbersäule.
Erhöhter Blutdruck und Hypertonie
Die ESC-Leitlinie 2024 definiert Hypertonie bei bestätigten Praxiswerten ab 140 mmHg systolisch oder 90 mmHg diastolisch. Heim- und Langzeitmessungen werden gesondert beurteilt. Eine einzelne Messung genügt üblicherweise nicht zur Diagnose (McEvoy et al., 2024, Abschn. 6.1).
Die ESC unterscheidet außerdem „erhöhten Blutdruck“: Praxiswerte von 120–139 mmHg systolisch oder 70–89 mmHg diastolisch, sofern noch keine Hypertonie vorliegt. Diese Kategorie bedeutet nicht automatisch, dass Medikamente erforderlich sind. Das Gesamtrisiko und die individuelle Situation sind entscheidend (McEvoy et al., 2024, Abschn. 6.1).
Belastung, Aufregung und Tageszeit beeinflussen die Werte. Bluthochdruck bleibt oft lange ohne Beschwerden und kann Herz, Gehirn und Nieren schädigen. Wenn keine einzelne Ursache feststeht, spricht man von primärer oder essenzieller Hypertonie; bei einer identifizierbaren Ursache von sekundärer Hypertonie (Gesundheitsportal Österreich, 2023).
Niedriger Blutdruck und Beschwerden
Niedriger Blutdruck kann beschwerdefrei sein. Der NHS verwendet Werte unter 90/60 mmHg als Orientierung. Mögliche Beschwerden sind Schwindel, Schwäche, verschwommenes Sehen oder Ohnmacht. Treten sie beim Aufstehen auf, kann eine orthostatische Hypotonie dahinterstehen. Auch Medikamente und Erkrankungen können niedrige Werte begünstigen (NHS, 2023).
Gerade bei älteren Menschen können plötzliche Blutdruckabfälle mit Schwindel und Ohnmacht das Sturzrisiko erhöhen. Wiederkehrende Beschwerden gehören medizinisch abgeklärt (Gesundheitsportal Österreich, 2024; NHS, 2023).
Praxisrelevanz in der Sozialbetreuung
Für die Übergabe sind Messwert und Beschwerden gemeinsam hilfreich. Ein redaktionelles Dokumentationsbeispiel lautet: „Beim Aufstehen Schwindel angegeben; gemessener Wert und Uhrzeit dokumentiert; zuständige Pflegeperson informiert.“ Es ersetzt keine Diagnose.
Beobachtungen sollten konkret sein: Was schildert die Person, wann tritt es auf und was hat sich verändert? Individuelle Behandlungsziele legt das behandelnde Team fest; aus diesem Lernartikel lässt sich keine eigenständige Änderung einer Medikation ableiten (McEvoy et al., 2024).
Zusammenfassung
- Die erste Zahl ist systolisch, die zweite diastolisch (Gesundheitsportal Österreich, o.J.).
- Praxiswerte und wiederholte beziehungsweise außerklinische Messungen bilden die Grundlage der Hypertonie-Abklärung (McEvoy et al., 2024).
- Niedrige Werte werden zusammen mit Beschwerden beurteilt; Schwindel beim Aufstehen ist für die Betreuung besonders relevant (NHS, 2023; Gesundheitsportal Österreich, 2024).
Quellen und Literatur
- Gesundheitsportal Österreich (o.J.): Blutdruck. Online-Lexikon (Zugriff: 12.10.2026).
- Gesundheitsportal Österreich (2023): Bluthochdruck: Was ist das? Aktualisiert 25.05.2023. Volltext (Zugriff: 12.10.2026).
- Gesundheitsportal Österreich (2024): Hypotonie. Aktualisiert 08.03.2024. Volltext (Zugriff: 12.10.2026).
- McEvoy, J.W. et al. (2024): 2024 ESC Guidelines for the management of elevated blood pressure and hypertension. European Heart Journal, 45(38), S. 3912–4018. doi:10.1093/eurheartj/ehae178 (Zugriff: 12.10.2026).
- NHS (2023): Low blood pressure (hypotension). Überprüft 11.07.2023. Volltext (Zugriff: 12.10.2026).
Fachliche Aktualisierung: . Quellenabgleich durch die Redaktion von sozialbetreuer.at; keine externe ärztliche Begutachtung.
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