Stoffcollage: Oberflächen auswählen und ein eigenes Bild gestalten

Gestalten mit fühlbaren Materialien und selbst gewählten Berührungen

Praxisartikel · Grundlagen für Sozialbetreuungsausbildungen · Lesezeit ca. 5 Minuten

Einleitung und Lernziele

Eine Stoffcollage verbindet Tasten mit einer sichtbaren Gestaltung. Anders als beim Tast-Memory geht es weder um Paare noch um verdecktes Erkennen. Du lernst, Materialwahl und Berührung der Person zu überlassen und aus ihren Entscheidungen ein kleines Gestaltungsangebot zu entwickeln.

Fachliche Einordnung

Sinnesbezogene Aktivitäten können auch dann Beteiligung ermöglichen, wenn sprachlicher Austausch schwerer fällt (NHS, o. J., Activities for dementia). Das Berühren der Stoffoberfläche steht im Mittelpunkt; Farbe und Anordnung ergänzen das taktile Angebot.

Zielgruppe und Planung

Gedacht für Erwachsene und ältere Menschen in der Sozialbetreuung, die Interesse am Angebot zeigen. Bei Unterstützungsbedarf werden Kommunikation, Tagesform und individuelle Vorgaben vorab berücksichtigt. Einstieg im Einzelsetting; beim Gesprächsangebot sind zwei bis vier Personen möglich.

Planungsübersicht
WahrnehmungsbereichTaktile Wahrnehmung
Orientierungsdauer15–20 Minuten; jederzeit kürzer möglich
MaterialVier große, saubere Stoffstücke mit unterschiedlichen Oberflächen, rutschfeste Unterlage, feste Pappe; bei Bedarf geeignete Klebestreifen.
Konkretes ZielDie Person wählt mindestens eine angenehme Oberfläche aus oder zeigt eine klare Ablehnung und bestimmt deren Platz auf der Unterlage mit.

Vorbereitung

Biete zunächst nur zwei Materialien an. Wähle große, intakte Stücke ohne lose Fäden, Knöpfe oder Pailletten. Kläre bekannte Hautempfindlichkeiten und die bevorzugte Hand. Frage, ob Berührung gewünscht ist.

Durchführung Schritt für Schritt

  1. Lege die Stoffstücke sichtbar auf den Tisch. Beschreibe kurz, dass daraus ein eigenes Bild entstehen kann und jedes Material abgelehnt werden darf.

  2. Lasse die Person selbst berühren, streichen oder nur ansehen. Du kannst vormachen, führst ihre Hand aber nicht ungefragt.

  3. Frage nach dem bevorzugten Stück und einem Platz auf der Pappe. Eine Wahl durch Blick oder Zeigen genügt.

  4. Ergänze auf Wunsch weitere Stoffe. Fixiere sie erst nach Bestätigung; alternativ bleibt das Bild lose und kann verändert werden.

  5. Betrachte gemeinsam das Ergebnis. Frage, ob es bleiben, fotografiert oder wieder zerlegt werden soll; Bilder nur nach geltenden Einwilligungsregeln erstellen.

Anpassungen und Sicherheit

Passend zur Person gestalten

Bei motorischer Einschränkung hält die Begleitung den Stoff in erreichbarer Position. Bei geringer Reiztoleranz reicht ein einziges Stück. Ein monochromes Bild kann die Oberflächen stärker in den Vordergrund rücken.

Beobachtung und Reflexion

Notiere beobachtbare Entscheidungen: „streicht zweimal über Baumwolle und schiebt Filz weg“. Aus einer einmaligen Reaktion wird keine allgemeine Sensibilitätsdiagnose abgeleitet.

Frage abschließend, ob das Angebot wiederholt werden soll. Unterscheide im Team zwischen dem, was du gesehen oder gehört hast, und deiner Interpretation. Eine gelungene Einheit kann auch darin bestehen, eine Grenze erkannt und respektiert zu haben.

Vorlage für die Umsetzung

Die Felder können hier ausgefüllt und über die Druckfunktion des Browsers gedruckt werden. Es gibt keinen Absendevorgang und keine Speicherung durch dieses Formular; beim Neuladen können Eingaben verloren gehen. Verwende Kürzel statt identifizierender Bewohnerdaten.

Zusammenfassung

  • Schwerpunkt: Taktile Wahrnehmung; weitere Sinne können beteiligt sein.
  • Die Person wählt mindestens eine angenehme Oberfläche aus oder zeigt eine klare Ablehnung und bestimmt deren Platz auf der Unterlage mit.
  • Beobachtungen konkret festhalten, Grenzen respektieren und das nächste Angebot gemeinsam anpassen.

Quellen und weiterführende Literatur

Die Quellen stützen die fachlichen Grundlagen. Ablauf und Umsetzungsvorlage sind redaktionelle didaktische Vorschläge; eine spezifische therapeutische Wirksamkeit dieser Übung wird nicht behauptet. Lehrplanbezug: individuelle, zielgruppengerechte Aktivierungsangebote und Reflexion.

  • BMBWF (2018): Schule für Sozialbetreuungsberufe – Organisationsstatut, Neufassung 2018. Erlass vom 5.6.2018, BMBWF-21.635/0006-BS/5/2018, MVBl. Nr. 30/2018, S. 17: Aktivierung und kreativer Ausdruck. Der Redaktion bereitgestellte Lehrplanfassung.
  • NHS: Activities for dementia. Originalquelle öffnen (Zugriff: 23.10.2026).

Redaktioneller Quellenabgleich: 23. Oktober 2026. Titelbild: KI-generierte Symbolillustration. Keine Darstellung realer betreuter Personen.

Wissen überprüfen

Was unterscheidet die Stoffcollage von einem Tast-Ratespiel?

Richtig. Es gibt kein richtiges Material und kein zu erratendes Lösungswort. Die Gestaltung folgt den Entscheidungen der Person. Ablauf nachlesen

Noch nicht richtig. Es gibt kein richtiges Material und kein zu erratendes Lösungswort. Die Gestaltung folgt den Entscheidungen der Person. Ablauf nachlesen

Noch nicht richtig. Es gibt kein richtiges Material und kein zu erratendes Lösungswort. Die Gestaltung folgt den Entscheidungen der Person. Ablauf nachlesen

Welche Dokumentation ist fachlich am besten nachvollziehbar?

Noch nicht richtig. Beobachtung und Bewertung werden getrennt. Aus einer Einheit lässt sich keine dauerhafte Wirkung ableiten. Beobachtung nachlesen

Richtig. Beobachtung und Bewertung werden getrennt. Aus einer Einheit lässt sich keine dauerhafte Wirkung ableiten. Beobachtung nachlesen

Noch nicht richtig. Beobachtung und Bewertung werden getrennt. Aus einer Einheit lässt sich keine dauerhafte Wirkung ableiten. Beobachtung nachlesen

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