Titelbild: Pflegefachperson und ältere Frau besprechen Bedarf, Ziele und Verlauf.

Pflegeprozess

Fachwissen · Sozialbetreuung

Bedarf erfassen, Ziele planen und Verlauf prüfen

Lernartikel · Lesezeit ca. 4 Minuten

Einleitung und Lernziele

Der Pflegeprozess strukturiert die professionelle Pflege von der Informationssammlung bis zur Evaluation. Prozessmodelle helfen beim Lernen. Sie sind von der österreichischen gesetzlichen Zuständigkeitsregelung zu unterscheiden.

Nach dem Lesen kannst du die zentralen Begriffe erklären, Zuständigkeiten einordnen und das Wissen auf eine Betreuungssituation beziehen.

Ein Modell mit aufeinander bezogenen Schritten

Die ANA beschreibt Assessment, pflegerische Diagnose, Ziele und Planung, Durchführung sowie Evaluation (ANA, o.J.). Für dieses redaktionelle Lernraster werden Ziele und Maßnahmenplanung getrennt dargestellt: 1. Informationen sammeln, 2. pflegerische Probleme und Ressourcen beurteilen, 3. Ziele festlegen, 4. Maßnahmen planen, 5. durchführen und dokumentieren, 6. Ergebnisse evaluieren. Diese sechsteilige Darstellung ist eine didaktische Gliederung; der Artikel behauptet keine gesetzlich vorgeschriebene Zahl von Phasen.

Ziele und Evaluation verbinden

Die Planung benennt angestrebte Ergebnisse und entsprechende Maßnahmen. In der Evaluation wird der Verlauf erneut beurteilt und die Planung bei Bedarf angepasst (ANA, o.J.). Als redaktionelle Lernfrage: Woran könnte das Team erkennen, ob das vereinbarte Ziel erreicht wurde? Eine reine Tätigkeitsliste beantwortet diese Frage noch nicht. Auch Ressourcen und Wünsche der Person gehören in die Fallbesprechung.

Verantwortung in Österreich

§ 14 GuKG ordnet die pflegerischen Kernkompetenzen dem gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege zu; Absatz 2 Z. 1 nennt die Gesamtverantwortung für den Pflegeprozess (Republik Österreich, 2016). Sozialbetreuung bringt Beobachtungen und Wissen über den Alltag ein. Eine Mitarbeit bedeutet nicht automatisch eine Berechtigung zur eigenständigen pflegerischen Diagnostik. Konkrete Aufgaben werden entsprechend Qualifikation und Zuständigkeit geklärt.

Praxisrelevanz in der Sozialbetreuung

Redaktionelles Praxisbeispiel: Bei einer Fallbesprechung berichtet die Sozialbetreuung konkret über eine Veränderung im Alltag. Die zuständige Pflegefachperson verbindet dies mit der pflegerischen Einschätzung und Planung. Gemeinsam werden Rückmeldungen vereinbart. Im späteren Gespräch wird geprüft, was sich tatsächlich verändert hat. Das Beispiel zeigt Zusammenarbeit; es überträgt die gesetzliche Gesamtverantwortung nicht auf andere Berufsgruppen.

Die sechs Schritte als Lernübersicht

Die Tabelle fasst das oben erläuterte didaktische Raster zusammen. Die Leitfragen dienen dem Lernen und der Fallbesprechung; sie sind kein individueller Pflegeplan.

Pflegeprozess: Schritt und Leitfrage
SchrittLeitfrage
1. Informationen sammelnWas wissen wir über Situation, Wünsche und Ressourcen der Person?
2. Probleme und Ressourcen beurteilenWelche pflegerische Einschätzung ergibt sich aus den Informationen?
3. Ziele festlegenWelches Ergebnis soll erreicht werden?
4. Maßnahmen planenWelche Maßnahmen passen zum Ziel und wer ist zuständig?
5. Durchführen und dokumentierenWas wurde tatsächlich umgesetzt und beobachtet?
6. EvaluierenWurde das Ziel erreicht und muss die Planung angepasst werden?

Redaktionelle Lernübersicht auf Basis der im Artikel erläuterten Prozessschritte und der ANA-Grundlagenbeschreibung (abgeglichen am 29. Oktober 2026).

Lernauftrag: Ziel und Tätigkeit unterscheiden

Wähle ein fiktives Unterrichtsbeispiel. Notiere getrennt ein angestrebtes Ergebnis, eine dazu passende Tätigkeit und eine Frage zur späteren Überprüfung. Besprich die Zuordnung im Unterricht. Nutze keine personenbezogenen Daten aus deiner Einrichtung.

Zusammenfassung

  • Modelle machen den Pflegeprozess nachvollziehbar.
  • Ziele werden durch Evaluation überprüft.
  • Die Gesamtverantwortung ist in Österreich gesetzlich zugeordnet.

Quellen und Literatur

  1. American Nurses Association (ANA) (o.J.): The Nursing Process. US-amerikanische berufliche Grundlagenbeschreibung. Volltext (Zugriff: 12.10.2026).
  2. Republik Österreich (2016): Gesundheits- und Krankenpflegegesetz (GuKG), § 14: Pflegerische Kernkompetenzen. Fassung des § 14 seit 02.08.2016; BGBl. I Nr. 75/2016; konsolidiertes RIS. Volltext (Zugriff: 12.10.2026).

Fachliche Aktualisierung: . Quellenabgleich durch die Redaktion von sozialbetreuer.at; keine externe fachliche Begutachtung.

Wissen überprüfen

Wer trägt nach § 14 GuKG die Gesamtverantwortung für den Pflegeprozess?

Noch nicht richtig. Lies den Abschnitt zum Thema noch einmal und wähle eine andere Antwort.

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Richtig. § 14 Abs. 2 Z. 1 GuKG nennt die Gesamtverantwortung im Rahmen der pflegerischen Kernkompetenzen des gehobenen Dienstes (Republik Österreich, 2016).

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