Ulcus cruris venosum

Ursachen, Symptome, Diagnostik und Therapie verständlich erklärt

Lernartikel · Lesezeit: ca. 4 Minuten

Einleitung und Lernziele

Dieser Artikel erklärt die Grundlagen des venösen Beingeschwürs für Sozialbetreuungsausbildungen und die berufliche Alltagsbegleitung. Du lernst, typische Begriffe einzuordnen, Beobachtungen konkret weiterzugeben und den Zusammenhang zwischen Wunde und Venenerkrankung zu verstehen.

Was ist ein Ulcus cruris venosum?

Ein Ulcus cruris venosum ist eine chronische Wunde bei chronischer venöser Insuffizienz (CVI). Rückfluss oder Abflussbehinderung erhöhen den Venendruck (DGPL, 2024, S. 14–15).

Symptome und klinische Merkmale

Mögliche Befunde bei einem venösen Beingeschwür
MerkmalBeschreibung
WundeOffene, häufig schmerzhafte Stelle am Unterschenkel, oft an der Innenseite zwischen Knie und Knöchel.
HautveränderungenDunklere Verfärbung, Verhärtung sowie schuppige oder juckende Haut in der Umgebung.
ÖdemeSchwellung im Bereich der Knöchel; möglich sind zusätzlich schwere oder schmerzende Beine.
VenenSichtbar erweiterte Venen können begleitend auftreten.

Quelle: NHS (2022c).

Zunehmende Schmerzen, verändertes Wundsekret, Rötung, Schwellung oder Fieber können auf eine Infektion hinweisen und sollen rasch medizinisch abgeklärt werden (NHS, 2022c).

Wie wird die Ursache abgeklärt?

Zur Abklärung gehören die Krankengeschichte und die Untersuchung von Bein und Wunde. Dabei werden unter anderem frühere Thrombosen, bereits bestehende Ulzera und Begleiterkrankungen erfragt. Auch die arterielle Durchblutung wird geprüft, beispielsweise durch den Vergleich von Knöchel- und Armdruck. Das ist für die sichere Therapieplanung wichtig (NHS, 2022a).

Die Duplexsonographie zeigt Venenstruktur, Reflux und Abflussbehinderungen (DGPL, 2024, S. 29–30).

Bausteine der Therapie

Kompression ist nach Prüfung der Gegenanzeigen Standardtherapie. Dazu zählen insbesondere fortgeschrittene arterielle Durchblutungsstörungen und dekompensierte Herzinsuffizienz (DGPL, 2024, S. 36–38).

Wundreinigung und geeignete, möglichst nicht haftende Wundauflagen schaffen Bedingungen für die Heilung. Auswahl und Durchführung richten sich nach der individuellen Wundsituation. Kompressionsverbände werden durch entsprechend geschultes Personal angelegt (NHS, 2022d).

Antiseptika erfordern eine Infektions- und Risikobeurteilung; eine pauschale Desinfektion aller Ulzera ist nicht angezeigt (DGPL, 2024, S. 68–69). Antibiotika dienen der Behandlung einer Infektion und heilen das venöse Ulkus nicht unmittelbar (NHS, 2022d).

Begleitung und Beobachtung in der Sozialbetreuung

Für die Alltagsbegleitung lassen sich aus den Patienteninformationen folgende Schwerpunkte ableiten: Veränderungen von Schmerzen, Schwellung und Haut wahrnehmen, Beschwerden an das Behandlungsteam weitergeben und bei der Umsetzung des vereinbarten Versorgungsplans unterstützen (NHS, 2022c; NHS, 2022d).

Zur Rückfallvorbeugung können verordnete Kompressionsstrümpfe, Hautpflege, Bewegung und die Behandlung der Venenerkrankung beitragen. Welche Unterstützung passend ist, wird mit der betroffenen Person und dem Behandlungsteam abgestimmt (NHS, 2022b).

Verlauf und Klassifikation

Die Heilungsdauer ist unterschiedlich. Auch bei geeigneter Behandlung kann sie mehrere Monate betragen; Rückfälle sind möglich. Nach der Abheilung bleibt die Vorbeugung weiterer Ulzera wichtig (NHS, 2022d).

CEAP unterscheidet C5 für abgeheilte und C6 für aktive venöse Ulzera. Es sind keine Wundtiefengrade (DGPL, 2024, S. 14).

Zusammenfassung

  • Venöse Ursache und arterielle Durchblutung werden fachlich abgeklärt (NHS, 2022a).
  • Beobachtete Veränderungen werden an das Behandlungsteam weitergegeben (NHS, 2022c).
  • Nach der Abheilung bleibt Rückfallvorbeugung wichtig (NHS, 2022b).

Quellen und weiterführende Literatur

Die Angaben wurden am 12.10.2026 mit den folgenden Quellen abgeglichen. Der Artikel dient dem Lernen; individuelle Diagnostik und Therapie gehören in einen fachlich abgestimmten Versorgungsplan.

  • Deutsche Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie e.V. (DGPL) (2024): Diagnostik und Therapie des Ulcus cruris venosum. S2k-Leitlinie, Version 4.1, 30.01.2024, AWMF 037-009. Volltext der Leitlinie (PDF) (Zugriff: 12.10.2026).
  • National Health Service (NHS) (2022a): Venous leg ulcer – Diagnosis. Überprüft am 16.11.2022. Diagnostik (Zugriff: 12.10.2026).
  • National Health Service (NHS) (2022b): Venous leg ulcer – Prevention. Überprüft am 16.11.2022. Prävention (Zugriff: 12.10.2026).
  • National Health Service (NHS) (2022c): Venous leg ulcer – Symptoms. Überprüft am 16.11.2022. Symptome (Zugriff: 12.10.2026).
  • National Health Service (NHS) (2022d): Venous leg ulcer – Treatment. Überprüft am 16.11.2022. Behandlung (Zugriff: 12.10.2026).

Fachliche Aktualisierung: . Quellenabgleich durch die Redaktion von sozialbetreuer.at; keine externe ärztliche Begutachtung.

Wissen überprüfen

Welche Grunderkrankung steht typischerweise hinter einem Ulcus cruris venosum?

Richtig. Chronische venöse Insuffizienz führt zu erhöhtem Venendruck (DGPL, 2024, S. 14–15).

Noch nicht richtig. Gesucht ist die venöse Grunderkrankung. Lies die Definition und Ursachen noch einmal.

Noch nicht richtig. Entscheidend ist die Störung des venösen Rückflusses. Lies die Definition und Ursachen noch einmal.

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