Große Ringe führen und ohne Werfen ablegen
Einleitung und Lernziele
Bei der Ringablage bleibt das Ziel nahe und die Bewegung langsam. Ein großer Ring wird über einen kurzen Stab geführt und abgelegt. Das Angebot unterscheidet sich vom Ringwerfen: Es gibt keine Wurfweite, Trefferwertung oder Wettbewerbssituation.
Fachliche Einordnung
Hand-Auge-Koordination bezeichnet hier das Abstimmen sichtbarer Ziele mit Handbewegungen. Sie ist kein zusätzlicher einzelner Sinn, sondern verbindet Wahrnehmen und Handeln. Bei diesem Angebot stehen alltagsnahe Beteiligung und die passende Gestaltung der Aufgabe im Vordergrund. Bei Demenz sollen Angebote individuelle Vorlieben berücksichtigen (NICE NG97, Empfehlung 1.4.1).
Zielgruppe und Planung
Für Erwachsene und ältere Menschen in der Sozialbetreuung, die Interesse am Angebot zeigen. Einstieg im Einzelsetting, bei Bedarf später in einer kleinen Gruppe mit individuell erreichbarem Material. Vereinbare ein verständliches Stoppzeichen. Sorge für einen stabilen, bequemen Sitzplatz, passende Tischhöhe und gute blendfreie Beleuchtung; vertraute Sehhilfen bleiben in Gebrauch.
| Praxisbereich | Hand-Auge-Koordination |
|---|---|
| Fachzuordnung | Aktivierung und kreativer Ausdruck |
| Orientierungsdauer | 10–15 Minuten, jederzeit kürzer möglich |
| Material | Zwei bis vier große leichte Ringe; standsichere Tischbasis mit kurzem, dickem, abgerundetem Stab; kontrastierende rutschhemmende Unterlage. |
| Konkretes Ziel | Die Person führt einen großen Ring über das gut sichtbare Ziel und entscheidet selbst, ob ein weiterer Ring folgen soll. |
Vorbereitung
Kontrolliere Standfestigkeit und glatte Oberflächen. Der Stab bleibt kurz und weit unter Gesichtshöhe. Wähle Ringe mit deutlich größerer Öffnung als dem Stabdurchmesser. Stelle das Ziel in angenehme Reichweite direkt vor die Person.
Durchführung Schritt für Schritt
Biete einen Ring zum Betrachten und Halten an. Erkläre die Ablage und vereinbare ein Stoppzeichen.
Die Person hebt den Ring nur so weit wie nötig an. Beide Hände dürfen beteiligt sein; eine bestimmte Griffart wird nicht verlangt.
Lass den Ring über dem Ziel ausrichten. Halte die Basis bei Bedarf fest, ohne am Arm zu ziehen.
Die Person senkt den Ring ab. Bei Berührung des Stabes darf sie neu ansetzen oder eine Pause wählen.
Lass die Ringe auf Wunsch wieder abnehmen. Vergleiche nicht die Zahl der Ringe zwischen Personen, sondern frage nach der passenden Größe.
Anpassungen und Sicherheit
Passend zur Person gestalten
Als einfacheren Einstieg wird ein Ring flach auf eine große markierte Fläche gelegt. Ein breiter Ring und ein niedriger Stab erleichtern den nächsten Schritt. Ziele nicht weiter weg stellen, um die Übung schwieriger zu machen; sichere Reichweite geht vor.
Beobachtung und Reflexion
Beschreibe Zielhöhe, Ringgröße und selbst ausgeführte Bewegung. Beispiel: „Großer Ring mit beiden Händen geführt; Basis stabilisiert; Person lehnt dritten Ring ab.“ Das Ablehnen ist eine Entscheidung, kein Misserfolg.
Frage zum Abschluss, ob das Angebot wiederholt oder verändert werden soll. Halte konkrete Beobachtungen und die Rückmeldung der Person getrennt von deiner Interpretation fest. Aus einer einzelnen Einheit lässt sich keine dauerhafte Verbesserung der Koordination ableiten.
Vorlage für die Umsetzung
Die Felder lassen sich ausfüllen und über die Druckfunktion des Browsers drucken. Das Formular sendet und speichert keine Eingaben; beim Neuladen können sie verloren gehen. Verwende Kürzel statt identifizierender Bewohnerdaten.
Zusammenfassung
- Schwerpunkt: sichtbare Ziele und Handbewegungen aufeinander abstimmen.
- Die Person führt einen großen Ring über das gut sichtbare Ziel und entscheidet selbst, ob ein weiterer Ring folgen soll.
- Material, Unterstützung und Tempo individuell wählen; Entscheidungen und Grenzen respektieren.
Quellen und weiterführende Literatur
Die Quellen begründen die personenzentrierte Angebotsplanung und den Lehrplanbezug. Ablauf und Vorlage sind redaktionelle didaktische Vorschläge, keine aus den Quellen übernommenen Therapieprotokolle. Eine spezifische therapeutische Wirksamkeit wird nicht behauptet.
- BMBWF (2018): Schule für Sozialbetreuungsberufe – Organisationsstatut, Neufassung 2018. Erlass vom 5.6.2018, BMBWF-21.635/0006-BS/5/2018, MVBl. Nr. 30/2018, S. 17, Aktivierung und kreativer Ausdruck. Von der Redaktion bereitgestellte Lehrplanfassung: zielgruppengerechte kreative Angebote, Materialien und situationsgerechte Motorikangebote. Als Lehrplanbezug verwendet, nicht als Aussage zur aktuellen Rechtslage.
- National Institute for Health and Care Excellence (NICE): Dementia: assessment, management and support for people living with dementia and their carers, NG97, Empfehlung 1.4.1. Originalquelle: Empfehlungen (Quellenabgleich: 25.10.2026).
Redaktioneller Stand: 25. Oktober 2026. Titelbild: KI-generierte Symbolillustration; keine Darstellung realer betreuter Personen.
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