Kräuterduft-Wahl: angenehme Düfte selbst bestimmen

Eine freiwillige Duftauswahl mit frischen, bekannten Kräutern

Praxisartikel · Grundlagen für Sozialbetreuungsausbildungen · Lesezeit ca. 5 Minuten

Einleitung und Lernziele

Hier werden keine Düfte erraten und keine Paare gesucht. Die Person wählt, ob ein frischer Kräuterduft angenehm ist und ob sie ihn erneut erleben möchte. Du lernst, Distanz, Reizmenge und Abbruchmöglichkeiten gemeinsam zu steuern.

Fachliche Einordnung

Geruchswahrnehmung kann vermindert oder verändert sein. Ein früher angenehmer Geruch kann später anders erlebt werden (NIDCD, o. J., Smell Disorders). Deshalb werden Vorlieben aktuell erfragt und nicht aus Biografie oder Gewohnheit abgeleitet.

Zielgruppe und Planung

Gedacht für Erwachsene und ältere Menschen in der Sozialbetreuung, die Interesse am Angebot zeigen. Bei Unterstützungsbedarf werden Kommunikation, Tagesform und individuelle Vorgaben vorab berücksichtigt. Einstieg im Einzelsetting; beim Gesprächsangebot sind zwei bis vier Personen möglich.

Planungsübersicht
WahrnehmungsbereichOlfaktorische Wahrnehmung
Orientierungsdauer5–10 Minuten; jederzeit kürzer möglich
MaterialEin bis zwei kleine Töpfe bekannter Küchenkräuter, etwa Basilikum und Rosmarin; Karten für angenehm / neutral / unangenehm.
Konkretes ZielEine selbstbestimmte Entscheidung für oder gegen einen angebotenen Kräuterduft wird erfasst.

Vorbereitung

Erkundige dich nach Allergien, Atemwegsbeschwerden, Duftempfindlichkeit und persönlichen Abneigungen. Verwende keine ätherischen Öle, Duftsprays oder unbekannten Pflanzen. Der Raum bleibt gelüftet; andere Personen werden nicht ungefragt mitbeduftet.

Durchführung Schritt für Schritt

  1. Zeige das Kraut und benenne es. Frage zuerst, ob die Person daran riechen möchte. Ein Nein beendet dieses Angebot.

  2. Stelle den Topf in angenehmer Entfernung auf. Die Person kann ihn selbst näher heranholen; nicht direkt unter die Nase halten.

  3. Lasse einen kurzen Eindruck und anschließend eine Pause. Weder tiefes Einatmen noch wiederholtes Schnuppern einfordern.

  4. Biete eine Bewertungskarte an. Wenn ein zweites Kraut gewünscht ist, erst nach einer duftarmen Pause anbieten; das erste wird weggeräumt.

  5. Notiere die aktuelle Wahl und frage, ob ein späteres Angebot gewünscht ist. Ein Duft wird nicht dauerhaft im Zimmer belassen, ohne dies zu vereinbaren.

Anpassungen und Sicherheit

Passend zur Person gestalten

Ein einziges Kraut reicht aus. Wer keinen Geruch wahrnimmt, kann die Teilnahme beenden oder die Pflanze ansehen; die veränderte Aktivität wird dann nicht als olfaktorischer Erfolg dokumentiert.

Beobachtung und Reflexion

Notiere Pflanze, Abstand, Dauer und konkrete Aussage. „Riecht heute unangenehm“ ist keine Fehlantwort. Neu aufgetretene Geruchsveränderungen werden zur fachlichen Abklärung weitergegeben.

Frage abschließend, ob das Angebot wiederholt werden soll. Unterscheide im Team zwischen dem, was du gesehen oder gehört hast, und deiner Interpretation. Eine gelungene Einheit kann auch darin bestehen, eine Grenze erkannt und respektiert zu haben.

Vorlage für die Umsetzung

Die Felder können hier ausgefüllt und über die Druckfunktion des Browsers gedruckt werden. Es gibt keinen Absendevorgang und keine Speicherung durch dieses Formular; beim Neuladen können Eingaben verloren gehen. Verwende Kürzel statt identifizierender Bewohnerdaten.

Zusammenfassung

  • Schwerpunkt: Olfaktorische Wahrnehmung; weitere Sinne können beteiligt sein.
  • Eine selbstbestimmte Entscheidung für oder gegen einen angebotenen Kräuterduft wird erfasst.
  • Beobachtungen konkret festhalten, Grenzen respektieren und das nächste Angebot gemeinsam anpassen.

Quellen und weiterführende Literatur

Die Quellen stützen die fachlichen Grundlagen. Ablauf und Umsetzungsvorlage sind redaktionelle didaktische Vorschläge; eine spezifische therapeutische Wirksamkeit dieser Übung wird nicht behauptet. Lehrplanbezug: individuelle, zielgruppengerechte Aktivierungsangebote und Reflexion.

  • BMBWF (2018): Schule für Sozialbetreuungsberufe – Organisationsstatut, Neufassung 2018. Erlass vom 5.6.2018, BMBWF-21.635/0006-BS/5/2018, MVBl. Nr. 30/2018, S. 17: Aktivierung und kreativer Ausdruck. Der Redaktion bereitgestellte Lehrplanfassung.
  • NIDCD: Smell Disorders. Originalquelle öffnen (Zugriff: 23.10.2026).

Redaktioneller Quellenabgleich: 23. Oktober 2026. Titelbild: KI-generierte Symbolillustration. Keine Darstellung realer betreuter Personen.

Wissen überprüfen

Ein früher beliebter Kräuterduft wird heute abgelehnt. Was gilt?

Noch nicht richtig. Geruchserleben und Tagesform können sich verändern. Die aktuelle Entscheidung der Person zählt. Ablauf nachlesen

Richtig. Geruchserleben und Tagesform können sich verändern. Die aktuelle Entscheidung der Person zählt. Ablauf nachlesen

Noch nicht richtig. Geruchserleben und Tagesform können sich verändern. Die aktuelle Entscheidung der Person zählt. Ablauf nachlesen

Welche Dokumentation ist fachlich am besten nachvollziehbar?

Noch nicht richtig. Beobachtung und Bewertung werden getrennt. Aus einer Einheit lässt sich keine dauerhafte Wirkung ableiten. Beobachtung nachlesen

Richtig. Beobachtung und Bewertung werden getrennt. Aus einer Einheit lässt sich keine dauerhafte Wirkung ableiten. Beobachtung nachlesen

Noch nicht richtig. Beobachtung und Bewertung werden getrennt. Aus einer Einheit lässt sich keine dauerhafte Wirkung ableiten. Beobachtung nachlesen

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