Hörlandkarte: die persönliche Hörumgebung erkunden

Geräusche wahrnehmen, Vorlieben ausdrücken und die Umgebung mitgestalten

Praxisartikel · Grundlagen für Sozialbetreuungsausbildungen · Lesezeit ca. 5 Minuten

Einleitung und Lernziele

Diese Übung verbindet bewusstes Zuhören mit Mitbestimmung. Statt Geräusche zu erraten, beschreibt die Person, was sie an ihrem gewohnten Sitzplatz hört und welche Veränderung angenehm wäre. Du lernst, auditive Eindrücke von Vermutungen zu trennen und daraus eine kleine, überprüfbare Anpassung abzuleiten.

Fachliche Einordnung

Bei einer Hörbeeinträchtigung kann das Verstehen von Gesprächen erschwert sein. Eine ruhigere Umgebung unterstützt Kommunikation; mehr Lautstärke allein löst das Problem nicht (NIDCD, o. J.). Die Hörlandkarte ist eine selbst entwickelte Alltagserkundung, kein Hörtest.

Zielgruppe und Planung

Gedacht für Erwachsene und ältere Menschen in der Sozialbetreuung, die Interesse am Angebot zeigen. Bei Unterstützungsbedarf werden Kommunikation, Tagesform und individuelle Vorgaben vorab berücksichtigt. Einstieg im Einzelsetting; beim Gesprächsangebot sind zwei bis vier Personen möglich.

Planungsübersicht
WahrnehmungsbereichAuditive Wahrnehmung
Orientierungsdauer10–15 Minuten; jederzeit kürzer möglich
MaterialPapier mit einfacher Raumskizze, dicker Stift, drei große Karten: angenehm / störend / unklar.
Konkretes ZielDie Person bezeichnet oder zeigt mindestens ein wahrgenommenes Geräusch und entscheidet, ob eine veränderbare Geräuschquelle bleiben oder reduziert werden soll.

Vorbereitung

Wähle einen vertrauten Sitzplatz. Erkläre, dass es keine richtigen oder falschen Antworten gibt. Vereinbare ein Stoppzeichen. Hörhilfen bleiben wie gewohnt in Gebrauch; Veränderungen daran werden nicht im Rahmen dieser Übung vorgenommen.

Durchführung Schritt für Schritt

  1. Beginne mit einer kurzen Hörpause von etwa 20–30 Sekunden. Die Augen dürfen offen bleiben. Erzeuge keine zusätzlichen Geräusche.

  2. Frage: „Was fällt dir gerade auf?“ Warte auf Worte, Zeigen oder eine andere vereinbarte Antwort. Trage nur wahrgenommene Geräusche in die Skizze ein.

  3. Biete die drei Bewertungskarten an. Bei „unklar“ wird nicht nachgedrängt. Frage bei Bedarf nach Lautstärke, Entfernung oder zeitlichem Auftreten.

  4. Wähle gemeinsam eine beeinflussbare Quelle, etwa ein laufendes Radio. Schalte es nur mit Zustimmung der betroffenen Personen aus. Sicherheitssignale bleiben unverändert.

  5. Vergleiche kurz vorher und nachher: „Ist es so angenehmer?“ Halte die gewünschte Einstellung fest.

Anpassungen und Sicherheit

Passend zur Person gestalten

Bei eingeschränkter Sprache genügt eine Wahl zwischen zwei Karten. In einer kleinen Gruppe werden unterschiedliche Vorlieben nebeneinander dokumentiert; eine Mehrheitsentscheidung darf den Rückzugsbedarf einer Person nicht übergehen.

Beobachtung und Reflexion

Notiere den Wortlaut der Rückmeldung und die konkret veränderte Quelle, nicht „Hörfähigkeit verbessert“. Beispiel: „Nach Ausschalten des Radios äußert Frau A.: Jetzt verstehe ich dich besser.“

Frage abschließend, ob das Angebot wiederholt werden soll. Unterscheide im Team zwischen dem, was du gesehen oder gehört hast, und deiner Interpretation. Eine gelungene Einheit kann auch darin bestehen, eine Grenze erkannt und respektiert zu haben.

Vorlage für die Umsetzung

Die Felder können hier ausgefüllt und über die Druckfunktion des Browsers gedruckt werden. Es gibt keinen Absendevorgang und keine Speicherung durch dieses Formular; beim Neuladen können Eingaben verloren gehen. Verwende Kürzel statt identifizierender Bewohnerdaten.

Zusammenfassung

  • Schwerpunkt: Auditive Wahrnehmung; weitere Sinne können beteiligt sein.
  • Die Person bezeichnet oder zeigt mindestens ein wahrgenommenes Geräusch und entscheidet, ob eine veränderbare Geräuschquelle bleiben oder reduziert werden soll.
  • Beobachtungen konkret festhalten, Grenzen respektieren und das nächste Angebot gemeinsam anpassen.

Quellen und weiterführende Literatur

Die Quellen stützen die fachlichen Grundlagen. Ablauf und Umsetzungsvorlage sind redaktionelle didaktische Vorschläge; eine spezifische therapeutische Wirksamkeit dieser Übung wird nicht behauptet. Lehrplanbezug: individuelle, zielgruppengerechte Aktivierungsangebote und Reflexion.

  • BMBWF (2018): Schule für Sozialbetreuungsberufe – Organisationsstatut, Neufassung 2018. Erlass vom 5.6.2018, BMBWF-21.635/0006-BS/5/2018, MVBl. Nr. 30/2018, S. 17: Aktivierung und kreativer Ausdruck. Der Redaktion bereitgestellte Lehrplanfassung.
  • NIDCD: Age-Related Hearing Loss. Originalquelle öffnen (Zugriff: 23.10.2026).

Redaktioneller Quellenabgleich: 23. Oktober 2026. Titelbild: KI-generierte Symbolillustration. Keine Darstellung realer betreuter Personen.

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Was ist das zentrale Ergebnis einer Hörlandkarte?

Richtig. Im Mittelpunkt stehen Wahrnehmung und Mitbestimmung. Die Übung misst keine Hörschwelle. Ablauf nachlesen

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Welche Dokumentation ist fachlich am besten nachvollziehbar?

Noch nicht richtig. Beobachtung und Bewertung werden getrennt. Aus einer Einheit lässt sich keine dauerhafte Wirkung ableiten. Beobachtung nachlesen

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